Leserbrief zu Kolumne von Anetta Kahane

Leserbrief zu Kolumne von Anetta Kahane

„In der Sache so haltlos wie primitiv in der Motivation“

Zur Kolumne von Anetta Kahane in der Ausgabe der "Frankfurter Rundschau" vom 22. Februar schreibt ein Leser:

Den Kommentar von Frau Kahane lese ich mit Unverständnis und Empörung. Offenbar entgeht Frau Kahane die enorm gewachsene Solidarisierung mit Opfern rassistischer oder faschistischer Anschläge, die nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande um sich greift.

 

Wer dadurch erwartet, dass das Problem von selbst erlischt, ist naiv. Hetzen doch die Rassisten vom Schlage der AfD und andere staatlich beschützt weiterhin "aus allen Rohren". Dass dann aber noch die sogenannten Linksextremisten, namentlich die MLPD, als "Antisemiten" verleumdet und ganz im Stile des Verfassungsschutzes mit islamistischen Faschisten in einem Atemzug genannt werden, ist in der Sache so haltlos wie primitiv in der Motivation, kritische Stimmen, die nicht an den Grenzen der bürgerlichen Demokratie halt machen, zu kriminalisieren.

 

Die FR hat zuletzt verschiedene Beiträge abgedruckt, die der Kritik an der "neuen" Antisemitismus-Definition des Bundestags Raum gaben. Dies zu Recht, weil Kritik an der israelischen Regierung (wie sie auch die MLPD äußert) mit Antisemitismus überhaupt nichts zu tun hat. Wer dem Antikommunismus derart frönt, hat tatsächlich wenig Grund zu Optimismus, weil er den entschlossensten Gegner aller Spaltungs- und Unterdrückungs-Ismen verbannt.