Protest gegen Politik der verbrannten Erde

Protest gegen Politik der verbrannten Erde

Morgens um 5 Uhr vor der Zeche Haniel

Morgens um 5 Uhr vor der Zeche Haniel: Das Wetter war uselig, aber die Einladungsflyer zum Protest gegen die Politik der verbrannten Erde der RAG am Ostersamstag, dem 3. April, waren druckfrisch. Also war für uns klar: Gleich vor die Zeche.

Kumpel für AUF

Mal sehen, wie die Kumpel das aufgreifen. Wir begrüßten sie freudig: „Glück auf! Endlich ist es soweit, die Bergleute bekommen ein Denkmal für ihren Streik 1997.“

 

Kurz überlegten einige, aber dann kamen die Gedanken wieder: „Ja, da war ich doch auch dabei“, oder „Wann ist das? Ich glaube, dafür lohnt sich die Anreise“, meinte ein Kumpel, der weiter weg wohnt. Ein anderer erinnert sich: „Ich habe schon viel gestreikt. Ich komme von Nokia, da haben wir auch gekämpft, dann hier im Bergbau immer wieder.“ Er war stolz, stellte aber auch die Frage: „Aber was hat es gebracht?“

 

Sofort waren wir im Thema, dass Streik eine wichtige Waffe der Arbeiter ist; dass die Arbeiter jeweils immer auch wichtige Siege davongetragen haben, es aber auch notwendig ist, für die Befreiung der Arbeiter aus Ausbeutung und Unterdrückung das ganze kapitalistische Profitsystem zu überwinden. Also noch einiges zu besprechen. Vor allem jüngere Arbeiter haben wenig Kampferfahrungen, um so wichtiger, sie für den Proteststag zu gewinnen.

 

Nach 45 Minuten waren wir durchgefroren, aber mit 70 Prozent Abnahmequote doch zufrieden.