Airbus

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Wenn's sein muss, holen wir die Feuertonnen raus!

Am 4. März 2021 konnte man im „Hamburger Abendblatt“ und anderen überregionalen Zeitungen erstaunt lesen: „Airbus verzichtet auf Kündigungen – trotz Corona Krise“.

Von Landesleitung Nord der MLPD
Wenn's sein muss, holen wir die Feuertonnen raus!
Konzerntarifvertrag ist Krisenprogramm

Nach dem Säbelgerassel der Herren Wolf und Co. von Gesamtmetall („Es ist logisch, dass es in der laufenden Tarifrunde nichts zu verteilen gibt“) soll sich so einfach durch "harte Verhandlungen" und erste Warnstreiks was geändert haben? Eine wachsende Zahl von Kolleginnen und Kollegen wünscht, dass die volle gewerkschaftliche Kampfkraft eingesetzt werden soll. Und die wäre mit vier Millionen Kolleginnen und Kollegen der Metall- und Elektroindustrie, bei VW und Stahl eine mächtige Kraft!

 

Es ist ein Zurückweichen der Geschäftsleitung vor dieser Kampfkraft, unmittelbar nach Ende der Friedenspflicht, einen Konzerntarifvertrag zur „Beschäftigungssicherung bei Airbus“ abzuschließen und das Tabu „betriebsbedingte Kündigungen“ bis Ende 2023 aufrechtzuerhalten. Der Vertrag ist aber ein Krisenprogramm, das nur scheinbar Forderungen der Kolleginnen und Kollegen aufgreift. Tatsächlich werden Beschäftigtenzahl und Arbeitszeit nur „passgenau“ auf den Produktionseinbruch zurechtgestutzt. Dafür mussten schon tausende Kollegen auch ohne betriebsbedingte Kündigung gehen! So ca. 2.150 Leiharbeiter in den norddeutschen Airbus-Werken, die ab Ende 2019 bis Anfang 2021 abgemeldet wurden. Dazu kommt die Vernichtung von Arbeitsplätzen bei Zulieferern (z.B. Diehl, 550) oder die von Kollegen der Stammbelegschaft, die mit Abfindung gingen. Unverfroren wird aber von einer „Jobgarantie“ gesprochen.

 

Je nach Produktionsauslastung soll jetzt die Wochenarbeitszeit für einen Teil der Kollegen abgestuft bis auf 28 Stunden verkürzt werden. Das ist nur die Modifizierung der Kurzarbeit, die Ende 2021 ausläuft: den Kollegen ohne Arbeitszeitverkürzung sollen Lohnbestandteile wie tarifliche Zusatzleistungen, Weihnachts- und Urlaubsgeld gekürzt werden, um ein Drittel eines „Teillohnausgleichs“ bei der Arbeitszeitverkürzung anderer Kollegen zu finanzieren. Der besteht bei einer 28-Stundenwoche gerade mal in einer Bezahlung von 29,2 Stunden! Das als „solidarisches Finanzierungsmodell“ zu bezeichnen, ist eine Verhöhnung des Begriffs Solidarität! Hier wird kaum kaschiert Lohnraub betrieben, durch die Streichung von tariflichen Lohnbestandteilen für die einen und für die anderen bei 28-Stundenwoche um den Lohn für 5,8 Stunden.

 

Schon in der Vorwoche empörten sich Vertrauensleute über den provokativen Kurs von Nordmetall. Vollkommen zu Recht: „Die wollen regulär ans Weihnachts- und Urlaubsgeld ran.“ „Die wollen Samstag als Regelarbeitstag.“ „Wenn's sein muss, dann holen wir die Feuertonnen raus!“

 

Den Kollegen ist in der Tarifrunde die Verteidigung der Arbeitsplätze durch echte Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich wichtig. Ein Zeitarbeitskollege rechnet: „Ich soll nicht mehr weiter beschäftigt werden. Eine 4-Tage-Woche für alle würde aber 20% mehr Arbeitsplätze bedeuten! Dafür muss es den vollen Lohnausgleich geben“. Die offensive Forderung gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf unseren Rücken ist die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich für alle - und nicht solches Vermischen von Arbeiter- und Kapitalistenstandpunkt!

 

Mit der Forderung, es dürften keine „Kompetenzen abgezogen“ werden, die Arbeit müsse „langfristig in Europa bleiben“, schlägt IG-Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich den Kurs in das sozialchauvinistische Fahrwasser der Geschäftsleitung ein. Der Airbus-Konzern würde gerne alle Kolleginnen und Kollegen in seine Schadenfreude über die Abstürze seines Rivalen Boeing hineinziehen. Dabei sind die Boeing-Kollegen und die Airbus-Kollegen bis nach China und die USA unsere natürlichen Bundesgenossen im Kampf gegen das Krisenchaos der Monopole. Eine Klasse - ein Gegner - ein Kampf!

 

Konzernweite Streiks sind nötig und die Koordinierung mit dem Widerstand der Kollegen bei Boeing, der Lufthansa usw. Das beginnt mit gegenseitiger Information und solidarischer Unterstützung bei Kämpfen! Darum ist jetzt erst recht die volle Kampfkraft für die gewerkschaftlichen Forderungen gefragt: 4% Lohnerhöhung! Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 4 Tage, aber für alle mit vollem Lohnausgleich! Keine symbolischen Aktionen mehr - die Feuertonnen müssen raus!