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Skandalöse "Güte"-Verhandlung - VW/Sitech macht Opfer zu Tätern!

"Für die Zukunft der Jugend – gegen Umweltverbrecher und Profiteure des Abgasbetrugs" schreibt das VW-Komitee Hannover in einer Pressemitteilung zum Gütetermin der gekündigten Sitech-Kolleginnen und -Kollegen.

Pressemitteilung

Rund 25 Unterstützer stärkten den fünf Sitech-Arbeitern bei ihrem Gütetermin den Rücken. Sie klagen gegen eine Versetzung nach Emden. Die fünf Kollegen hatten im September 2020, zusammen mit vier weiteren Kollegen, die Kündigungsschutzklage gegen Sitech gewonnen, nachdem das Sitech-Werk Hannover zum 31.3.2020 geschlossen worden war.

 

Diese Versetzung in das 300 km entfernte Emden ist unzumutbar, zumal unter Pandemiebedingungen. Die Versetzung ist unnötig, da Sitech in Wolfsburg ein weit größeres Werk betreibt, das für die Kläger mit täglichem Pendeln erreichbar wäre. Zudem grenzen die Umstände an systematisches Mobbing: so gibt es keine finanzielle und logistische Unterstützung (bei früheren Versetzungen nach Zwickau zahlte Sitech z.B. eine 5000-Euro- Mobilitätsprämie); obwohl arbeitsorganisatorisch möglich, wird die Einteilung in eine gleiche Schicht durch die Werksleitung Sitech Emden verweigert; Lohn-Nachzahlungen werden verzögert; schließlich stellte die Personalabteilung Sitech Emden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen durch eine rassistisch motivierte Kommentierung unzulässig infrage („die Bescheinigungen sind alle vom gleichen Arzt (türkischer Herkunft)“.

 

Alle diese Sachverhalte wurden durch den Sitech-Anwalt Schrader auf den Kopf gestellt. Die Kläger würden „Rosinen herauspicken“ statt dankbar zu sein für das Arbeitsangebot in Emden. Dazu konstruierte er „widersprüchliches Verhalten“ mit der frei erfundenen Behauptung, dass die Kläger zugesagt hätten, „überall im Konzern“ arbeiten zu wollen und dies nach „Entgegenkommen“ der Sitech mit der Versetzungsklage widerrufen würden. ...

 

Was für den Vertreter der Kläger, Arbeitsrechtler Frank Stierlin, „skandalöse Äußerungen der Gegenseite“ sind, um diejenigen noch zu schikanieren, die ihre berechtigten Interessen verteidigen, wird durch die vorsitzende Richterin, Frau Kloy, noch unterstützt. Diese tat Arbeitsplätze in Familiennähe als „unberechtigte Anspruchshaltung“ ab, die die Gesetze nicht vorsähen. Auch das rassistisch motivierte Mobbing der Sitech-Personalabteilung wies sie nicht zurück, sondern stellte noch die Veröffentlichung an den Pranger: „weiter mit Dreck zu werfen, macht das Verhältnis zum Arbeitgeber nicht besser“.

 

Deshalb hat dieser Rechtsstreit eine große Bedeutung bekommen. Die SITECH-Kollegen und das VW-Komitee als Unterstützerkreis machen sich weiter für Arbeiterrechte stark und werden den Kammertermin am 18. August 2021 in diesem Sinne gemeinsam vorbereiten.