Umweltbewegung

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Macht mit beim globalen Fridays-for-Future-Aktionstag am 19. März!

Angesichts des beschleunigten Übergangs in eine globale Umweltkatastrophe kommt der Aufruf von Fridays for Future (FFF), am 19. März für die Rettung der natürlichen Umwelt auf die Straße zu gehen, genau richtig. MLPD und REBELL werden sich aktiv beteiligen.

Von Landesleitung Nord der MLPD
Macht mit beim globalen Fridays-for-Future-Aktionstag am 19. März!
(foto: Steph Luvisi / Shutterstock.com)

Stolz verkündete Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) vor wenigen Tagen bei der Vorstellung der "Klimabilanz" der Bundesregierung, dass der CO2-Ausstoß in Deutschland 2020 um 8,7 Prozent zurückgegangen sei. Die Regierung habe damit ihr Ziel, die Emissionen bis 2020 - verglichen mit dem Jahr 1990 - um mindestens 40 Prozent zu senken, um unglaubliche 0,8 Prozent übertroffen.

 

Solche kurzatmigen Erfolgsmeldungen liegen ganz auf der Linie des krachend scheiternden Krisenmanagements der Regierung und sollen nur die wachsende Empörung unter der Bevölkerung dämpfen. Angesichts immer weiter steigender Konzentration von klimaschädlichen Gasen in der Atmosphäre ist der augenblickliche Rückgang nur ein Tropfen auf den heißen Stein und von kurzer Dauer. Der monatliche CO2-Mittelwert für September 2020 an der Messstation des Mauna Loa auf Hawai betrug 411,3 ppm1 - ein neuer Rekordwert. CO2 ist sehr langlebig und bleibt hunderte Jahre in der Atmosphäre. Deshalb steigt die Konzentration auch dann, wenn vorübergehend weniger CO2 ausgestoßen wird.

Ohne Corona selbst minimale Regierungsziele verfehlt

Selbst das Umweltbundesamt schätzt, dass etwa ein Drittel des Emissionsrückgangs auf die Corona-Pandemie und ihren Folgen für Energieverbrauch und Verkehrsaufkommen zurückzuführen ist. Verschwiegen wird, dass dies vor allem auch an deren Wechselwirkung zur seit Mitte 2018 ausgebrochenen Weltwirtschafts- und Finanzkrise liegt. Ohne den krisenbedingten Rückgang hätte die Regierung ihr selbstgestecktes Ziel - das hinten und vorne nicht ausreicht - weit verfehlt.

 

Entgegen ihren Beteuerungen sorgt die Bundesregierung gemeinsam mit allen anderen imperialistischen Regierungen mit ihrer Politik selbst dafür, dass sich der Übergang zur globalen Umweltkatastrophe dramatisch beschleunigt. Weltweit sind 1.380 neue Kohlekraftwerke in Planung. In Deutschland befinden sich nach wie vor 130 von rund 6.700 Kohlekraftwerken auf der ganzen Welt, darunter sechs der zehn „schmutzigsten“ Anlagen der EU, allesamt Braunkohlekraftwerke. Und diese Kraftwerke sollen nach dem Willen der Bundesregierung noch Jahrzehnte weiterlaufen, damit sie noch weit über die Amortisierung der Investitionskosten Maximalprofite abwerfen. Bis 2038 zögert der "Kohlekompromiss" die Abschaltung aller Anlagen hinaus. Staatlicherseits wird den Energiekonzernen das noch mit mehr als 4,3 Milliarden Euro "vergoldet".

Menschheitsbedrohende Wechselwirkungen

Die Folgen sind jetzt schon verheerend. Das Jahr 2020 gehörte mit zu den drei wärmsten Jahren der Klimaaufzeichnung und beendete das letzte Jahrzehnt als wärmstes aller Zeiten. In der Polarregion sind die Temperaturen allein in den letzten zehn Jahren um fast ein ganzes Grad gestiegen. Neuere Studien gehen davon aus, dass das sommerliche Meereis der Arktis schon 2035 vollständig verschwunden sein wird. Stieg der Meeresspiegel im 20. Jahrhundert um insgesamt 15 Zentimeter, also um etwa 1,5 Millimeter pro Jahr, steigt er inzwischen mit 3,6 Millimeter pro Jahr mehr als doppelt so schnell. Dramatisch tauen weltweit die Permafrostböden auf. Aus großen Gasblasen entweicht explosiv das klimaschädliche Methangas, das den unnatürlichen Treibhauseffekt sprunghaft verstärkt.

 

Neben solchen sich verstärkenden Rückkopplungseffekten gibt es aber auch menschheitsbedrohende Wechselwirkungen zwischen der Klimakrise und anderen Hauptfaktoren der globalen Umweltkrise wie der beschleunigten Vernichtung der Wälder, der Gefahr umkippender Weltmeere, der Zerstörung regionaler Ökoysteme, dem Artensterben und vielem mehr.

Die Sorgen des BDI um die "Wettbewerbsfähigkeit"

Dem stellvertretenden BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch geht selbst das von der EU geplante völlig unzureichende Ziel, die Treibhausgase bis 2030 um 60 Prozent gegenüber 1990 zu senken, viel zu weit. Ein 60-Prozent-Ziel würde "die internationale Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen in den kommenden Jahren gefährden". Für die imperialistische Konkurrenzfähigkeit nehmen diese Leute sehenden Auges den Untergang der Menschheit in Kauf.

 

Auch die Corona-Pandemie ist ein wichtiger Grund, gerade jetzt auf die Straße zu gehen, statt die Aktivitäten abzusagen. Denn die zunehmenden Zoonosen - wechselseitige Infektion von Mensch und Tier - gehen vor allem auf die Klimaveränderungen und die extreme Ausdehnung des Lebensraums der Menschen zurück. Der Aktionstag ist eine gute Gelegenheit, die Umweltbewegung für den gemeinsamen Kampf für konsequenten Gesundheitsschutz und einen kurzen und konsequenten Lockdown auf Kosten der Monopolprofite zu gewinnen.

Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?

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MLPD und REBELL werden sich mit ihren überzeugenden umweltpolitischen Analysen, Forderungen und Vorschlägen positionieren und dafür selbstbewusst werben. Hervorragend zusammengefasst sind sie in dem Buch "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?", das es auch am 19. März zu kaufen gibt. Die MLPD hat sich seit Jahrzehnten als konsequente Kraft im Umweltkampf einen Namen gemacht. Ohne sie hätte es zum Beispiel die massenhaften Proteste gegen Atomkraft nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 so nicht gegeben (siehe Artikel dazu).

 

Liquidatorische Kräfte aus den Führungen von Grünen, Campact oder Attac haben dagegen in den letzten Jahren versucht, die FFF-Bewegung mit antikommunistischer Ausgrenzung zu spalten und kapitalismuskonform zu bändigen. Die Offensive der MLPD hat im Verbund mit der wachsenden kapitalismuskritischen Strömung in FFF maßgeblich dazu beigetragen, dass diese Kräfte mittlerweile eine schwere Niederlage erlitten haben.

Arbeiter- und Umweltbewegung gemeinsam

Weitere Markenzeichen der MLPD im Umweltkampf sind das Eintreten für einen gesellschaftsverändernden Kampf für den Sozialismus, weil sich nur so die Ursachen der heute im Kapitalismus gesetzmäßigen Umweltzerstörung überwinden lassen, und für die Einheit von Arbeiter- und Umweltbewegung. Ende Mai 2020 setzte das Zusammentreffen der kämpferischen Bergarbeiterbewegung mit dem Protest vieler junger FFF-Aktivisten vor dem Kraftwerk Datteln IV ein wichtiges Zeichen für den gemeinsamen Kampf. Ohne die Entwicklung der führenden Rolle des internationalen Industrieproletariats wird der Kampf zur Rettung der Umwelt nicht gelingen. Die Betriebsgruppen der MLPD mobilisieren in den Belegschaften sowie Lehrwerkstätten und fördern, dass Arbeiterdelegationen sich am 19. März beteiligen.


Umweltpolitisches Kampfprogramm der MLPD zur Rettung des Weltklimas

 

Hier eine Übersicht der Aktionen am 19. März