St. Goar

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Das Desaster mit den Bahnstrecken im Mittelrheintal nimmt kein Ende

Am Freitag, 19. März, lösten sich auf der rechten Rheinseite zwischen Kestert und Kamp-Bornhofen - beide liegen an der B42 - 5000 Tonnen Geröll und stürzten auf die Bahngleise und die Bundesstraße. Über 100 Mitarbeiter der Deutschen Bahn mussten anrücken.

Korrespondenz von der Loreley
Das Desaster mit den Bahnstrecken im Mittelrheintal nimmt kein Ende
Steile Felsen ragen über der Strecke auf der rechten Seite des Mittleren Rheintals auf (foto: Jacquesverlaeken (CC BY-SA 4.0))

Als am Samstag Sicherungssprengungen am betroffenen Berg stattfanden, stellte sich heraus, das diese nur der Beginn einer größer angelegten Aktion sein können, denn die von den Bahnangehörigen in den letzten Jahren angebrachten „Sicherungsnetze“ hielten der bisherigen Masse nicht stand. Und auch am vergangenen Montag, 22. März, stand nur Ratlosigkeit im Raum.

 

Wie viel weiteres Geröll durch die Sprengungen nun weiterhin gelöst wurde, weiß noch niemand abzuschätzen. Da die Gefahr eines Nachrutsches besteht, kann das bisherigere Geröll auch noch nicht vollständig abgefahren werden. Zurzeit wird das Gelände mit Helikoptern untersucht.

 

Die rechtsrheinische Bahnstrecke ist eine der wichtigsten Strecken für den Güterverkehr in Europa. „Was geschehen wäre, wenn zwischenzeitlich dort ein Personenzug hergefahren wäre, ist nicht auszudenken“, so ein Sprecher. Die Region ist zudem auch mit Weinbergen gesäumt, deren Fortbestand niemand so Recht garantieren will.

 

Die bisherige Ursachenforschung ergab, dass das Unglück wahrscheinlich durch die permanenten Erschütterungen des Bahntransportes ausgelöst wurde. Zurzeit soll weiter gesprengt werden – sofern keine Gefahr mehr für die Bürger besteht. Hier zeigt sich aber auch nicht nur, das über 100 Bahnarbeiter, die ihr Bestes geben, damit die werktätigen Massen in den Zügen und in der Umgebung sicher sind, nicht in der Lage sind, dort Herr der Lage zu werden, sondern insbesondere, das alle Sicherungsbefestigungen, die auch linksrheinisch im Mittelrheintal stattfanden, von minderer Qualität waren und den Anforderungen nicht entsprechen. Auf der linken Rheinseite fährt 24 Stunden lang an sieben Tagen in der Woche ca. alle sieben Minuten ein Personenzug!