Thüringen

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Die MLPD und der „linke Antisemitismus“ - Rückzugsgefecht der Landesregierung

Im „Bericht des Beauftragten für jüdisches Leben in Thüringen und die Bekämpfung des Antisemitismus" vom 15. Dezember 2020 hieß es auf Seite 16 bisher: „Dabei hat es in Thüringen auch diese Form von Antisemitismus in den letzten fünf Jahre gegeben - etwa in Form von Boykottaufzügen der antisemitischen linken „Boykott Divestment & Sanctions“- Bewegung (BDS) in Jena oder in Form antiisraelischer Flugblattaktionen der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) auf dem Gelände der Gedenkstätte Buchenwald (dies teilte der Sprecher der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora, Rikola-Gunnar Lüttgenau, den Autorinnen und Autoren in einem Interview mit).“

Korrespondenz aus Jena
Die MLPD und der „linke Antisemitismus“ - Rückzugsgefecht der Landesregierung
Das Internationalistische Bündnis, darunter viele Aktivisten der MLPD, gedenken Ernst Thälmanns und aller Opfer des Hitler-Faschismus in Buchenwald (rf-fofo)

Das ist eine glatte Lüge! Die MLPD hat noch nie antiisraelische Flugblattaktionen durchgeführt. Weder in Buchenwald noch anderswo. Der ganze Zweck dieser unhaltbaren Unterstellung ist die antikommunistische Botschaft vom „linken Antisemitismus“ und dass „links gleich rechts“ sei. Inzwischen mussten die Verfasser nach juristischem Einspruch des Zentralkomitees der MLPD zurückrudern.

 

Jetzt heißt es: „Und am 14. April 2019 an der Besucherinformation der Gedenkstätte Buchenwald seitens der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) die nicht genehmigte Verteilung von Schriften an einem Informationsstand. So wurden in einer Broschüre die Zusammenarbeit der MLPD mit der terroristischen PFLP (...) und die BDS-Kampagne gerechtfertigt und Israel u. a. als ein 'imperialistisches Land' charakterisiert.“

 

Jetzt soll schon die Qualifizierung Israels als imperialistisches Land antisemitisch sein! Ein Land, das sein eigenes Volk und andere unterdrückt, kann nicht frei sein. Die inzwischen 96-jährige Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano, selbst Jüdin, hat in einem Interview mit www.electronic.intifada die israelische Regierung als „faschistisch“ bezeichnet und sich für die BDS-Kampagne ausgesprochen.

 

Wer selbst links blinkt und rechts abbiegt, sollte nicht mit antikommunistischem Dreck gegen revolutionäre und antiimperialistische Kräfte werfen.