Metalltarifrunde

Metalltarifrunde

Es bleibt dabei: Kein Verzicht – volle Durchsetzung der gewerkschaftlichen Forderungen!

Auch in der sechsten Verhandlung in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie in NRW und an der Küste haben die Metallkapitalisten an der Nullrunde für 2021 festgehalten. Das stößt auf immer mehr Unmut bei den Kolleginnen und Kollegen!

Von gp

Inzwischen haben sich nach Angaben der IG Metall in drei Wochen über 600.000 Kolleginnen und Kollegen an Warnstreiks beteiligt.¹ Darüber machen sich nicht nur die Kommentatoren in den bürgerlichen Zeitungen schon Sorgen. „Je länger aber die Arbeitgeber zögern und die IG Metall daher durch Warnstreiks Druck aufbaut, desto mehr steigen die Erwartungen der Streikenden. Das ist eine gefährliche Entwicklung?“² „Gefährlich“ für wen? Doch nicht für die Kolleginnen und Kollegen! Ganz offensichtlich aber für die Metallkapitalisten und die Politik der Klassenzusammenarbeit.

 

Ein Streik der 3,8 Mio. Beschäftigten mitten in der durch die Corona-Pandemie verschärften Weltwirtschafts- und Finanzkrise hätte das Potenzial weitreichender politischer Konsequenzen. Dann nämlich, wenn sich dieser Streik mit der Forderung nach einem sofortigen, zwei- bis dreiwöchigen vollständigen Lockdown als notwendige Voraussetzung für eine verantwortliche Öffnung verbindet, sich dabei die IG Metall stärkt und der Einfluss der MLPD wächst.

 

Das haben die Metallkapitalisten wohl erkannt. So hat der Verhandlungsführer der nordrhein-westfälischen Arbeitgeber, Arndt Kirchhoff, für die nächste Verhandlungsrunde morgen eine „substanzielle Einmalzahlung“ in Aussicht gestellt. Allerdings sollen Betriebe mit „wirtschaftlichen“ Schwierigkeiten diese nicht zahlen müssen. Offensichtlich hat auch die IG-Metall-Führung ein Interesse an einem schnellen Abschluss. So erklärt der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann: „Uns läuft die Zeit davon.“³ Wofür soll die Zeit davon laufen? Entscheidend ist doch nicht, wann, sondern was abgeschlossen wird! „Ich denke, wir haben jetzt genug gewarnt! Jetzt bundesweit ein 24-Stunden-Warnstreik und dann Urabstimmung Streik,“ das gibt gut die Stimmung einer wachsenden Zahl von Kolleginnen und Kollegen wider. Kein Verzicht – volle Durchsetzung der gewerkschaftlichen Forderungen!