Archäologie

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Neandertaler konnten in verschiedener Hinsicht hören und sprechen wie wir

Bis heute wird von der herrschenden Archäologie das Bild des zurückgebliebenen Neandertalers gepflegt.

Korrespondenz aus Köln
Neandertaler konnten in verschiedener Hinsicht hören und sprechen wie wir
Rekonstruktion eines Neandertalers nach der neuesten Forschung (Neanderthal Museum) (foto: Stefan Scheer, given by Stefanie Krull, Neanderthal Museum, Picture Library, Talstr. 300, 40822 Mettmann, Germany (CC BY 2.5))

Immer mehr Forscher haben diesen metaphysischen und teils rassistisch motivierten Ansichten in den letzten Jahrzehnten widersprochen. Neandertaler trugen zum Beispiel Schmuck, produzierten Kunst und pflegten jahrelang kranke Clanmitglieder.

 

Nun ist Anfang März in der Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution ein Aufsatz erschienen, der erstmals nachweist, dass Neandertaler in verschiedener Hinsicht hören und sprechen konnten wie wir1.

 

Die Wissenschaftlerin Mercedes Conde-Valverde und Kollegen führten dazu Mikro-CT‘s an Schädeln von Neandertalern und modernen Menschen durch und rekonstruierten daraus 3D-Modelle.

 

Der Ohrkanal, die winzigen Ohrknöchelchen und das Innenrohr wurden sichtbar. Auf dieser Grundlage wurde die Tonstärke-Übertragung ermittelt und damit die Frequenz-Bandbreite, in der man am besten hören kann. Sie ist bei Neandertalern so entwickelt wie bei uns, ermittelten die Forscher. Nicht wenige Archäologen sind inzwischen der Meinung, dass die Neandertaler in verschiedener Hinsicht nicht nur so hören, sondern ebenso sprechen konnten wie wir. Conde-Valverde und Kollegen vermuten, dass die Neandertaler dadurch auch wie wir Konsonanten gebrauchten – Primaten können dagegen nur Vokallaute äußern.

 

Diese Forschungsergebnisse riefen sogleich Vertreter der Mainstream-Archäologie auf den Plan. Chris Stringer, ein bekannter Londoner Archäologe, äußerte die Kritik, dass die Sprache nicht ein Produkt des Sprach- und Gehörsystems sei, sondern des Gehirns. Das ist jedoch eine Binsenweisheit. Pech nur für Herrn Stringer, dass bekanntlich das Gehirn des Neandertalers größer als das der heutigen Menschen ist. Stringers Argumente erinnern an das pragmatische „Auf Sicht fahren“ von Frau Merkel. In diesem Fall ist Stringers Boot aber schon im Hafen auf Grund gelaufen!