Imperialismus

Imperialismus

Schweizer Historiker zieht Vergleich mit der Zeit vor dem 1. Weltkrieg

Bürgerliche Historiker haben durchaus manchmal richtige Erkenntnisse.

Von wr

Letzte Woche publizierte die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) ein Interview mit dem Schweizer Historiker Caspar Hirschi. Er stellt fest: „Heute gibt es verschiedene Schwergewichte - USA, China, Indien, die EU, Russland. 'Wir haben eine Situation wie vor dem Ersten Weltkrieg'.“ Es herrsche eine große Rivalität – und es sei nicht klar, „wer künftig als Hegemon die Weltgeschichte dominiere.“

 

Das Bild trifft zu, den Kern der Sache erfasst er nicht. Die Rivalität der imperialistischen Großmächte drängt gesetzmäßig zu Aggression und Reaktion. Das hatte Lenin schon vor über 110 Jahren treffend analysiert und den Ersten Weltkrieg vorausgesagt. Damals war es eine Handvoll Großmächte, heute gibt es weit über 20 alte und neue imperialistische Länder, die um den großen Kuchen Weltmarkt konkurrieren.

 

Hirschi schreckt vor seinem Vergleich dann wieder zurück und spielt die wachsende Kriegsgefahr herunter. Die Krisen des Imperialismus seien nur ein „falsches Verständnis der Normalität“ und „permanentes Krisengefühl“. Wirtschaftskrise, Corona-Krise, wachsende Kriegsgefahr usw. wären angeblich nur subjektive Gefühle? Das entspricht der herrschenden bürgerlichen positivistischen Weltanschauung, nach der es angeblich keine objektive Gesetzmäßigkeiten gebe.

 

Kein Wunder, dass Leute wie Hirschi in ihrem geistigen Dilemma jammern: Es fehle eine leitende Idee für die Entwicklung der Gesellschaft. Tatsächlich steckt die bürgerliche Ideologie, die "leitende Idee" der bürgerlichen Gesellschaft, in einer tiefen Krise. Ein Konzept für den Ausweg aus der Krisenhaftigkeit des Kapitalismus hat der Revolutionär und Marxist Lenin schon damals entwickelt: Die proletarische Revolution zur revolutionären Überwindung des Kapitalismus und zum Aufbau des Sozialismus,