Vergleich zwischen einer Mehrheit der kämpfenden Kumpel und der RAG

Vergleich zwischen einer Mehrheit der kämpfenden Kumpel und der RAG

Erkämpfte finanzielle Zugeständnisse der RAG, aber die Probleme sind nicht vom Tisch

„Die Kumpel erkämpfen finanzielle Zugeständnisse von der RAG (Ruhrkohle AG, Anm. d. Red.), aber die Probleme sind dadurch nicht vom Tisch“, so der öffentliche Sprecher von Kumpel für AUF, Christian Link, zum Kampf der ca. 150 nichtanpassungsberechtigten Bergleute. Sie hatten geklagt, weil sie von der RAG - entgegen der jahrzehntelangen Versprechungen: „Keiner fällt ins Bergfreie“ - gekündigt wurden.

Von Kumpel für AUF (Pressemitteilung)
Erkämpfte finanzielle Zugeständnisse der RAG, aber die Probleme sind nicht vom Tisch
Bild von der achten Bergarbeiterdemonstration von Kumpel für AUF durch Bottrop im Jahr 2019 (rf-foto)

Die RAG musste das Abfindungsangebot von einem Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr auf zwei Bruttomonatsgehälter erhöhen. Auch die Bergbaurentner erstritten eine fünfzehnprozentig erhöhte Abfindung gegen den Deputatklau.¹ Gleichzeitig sind die Probleme, die die RAG mit ihrer Politik der verbrannten Erde den Bergleuten, ihren Familien und dem ganzen Ruhrgebiet hinterlässt, nicht gelöst. Arbeitslosigkeit und Armut steigen, weil die RAG keine gleichwertigen Ersatzarbeitsplätze zum stillgelegten Steinkohlebergbau schafft. Mit der Flutung der Zechen droht eine regionale Trinkwasserkatastrophe, aufgrund des unter Tage eingelagerten Giftmülls. Preiswerte Bergbauwohnungen werden von der RAG an Immobilienhaie verkauft. Die Sterblichkeit bzw. schwere Erkrankungen unter Bergleuten sind hoch, weil sie über Jahrzehnte mit giftigen Stoffen wie PCB zu tun hatten.

 

Erst ca. 20 Kollegen haben einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Trotzdem die Kumpel vor Gericht erstritten, dass die Kündigung durch die RAG unwirksam ist, nehmen sie jetzt die Abfindung, weil sie mit dem Rücken an der Wand stehen: Die RAG verweigerte ihnen bisher die ausstehenden Löhne; das Arbeitslosengeld läuft aus; sie stehen vor Hartz IV. Von der Gewerkschaft erhielten sie keine finanzielle Unterstützung. Mit der Unterschrift verlieren sie alle ihre Bergmannsrechte.

 

Einige haben deshalb die Abfindungsverträge nicht unterschrieben. „Der Kampf geht also weiter!“, so Christian Link. „Mit den bisher 15 Demonstrationen von Kumpel für AUF, der verlässlichen Unterstützung der MLPD, der breiten Solidarität durch die Bevölkerung, der Einheit von Arbeiter- und Umweltbewegung geht die kämpferische Bergarbeiterbewegung gestärkt weiter - im Kampf gegen die Politik der verbrannten Erde der RAG und für eine lebenswerte Zukunft der Jugend. Die nächste Bergarbeiterdemonstration von Kumpel für AUF wird schon für Samstag, den 5. Juni, in Gelsenkirchen-Horst vorbereitet - verbunden mit der Enthüllung eines Denkmals für den großen Bergarbeiterstreik der Bergleute 1997. Dazu sind alle herzlich eingeladen! Glück auf!“