Pharmamonopole

Pharmamonopole

Erpresser mit der Impfspritze

Die Corona-Pandemie hat die Menschen in den lateinamerikanischen Ländern besonders hart getroffen. Sprunghaft steigen Armut und Hunger.

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Erpresser mit der Impfspritze
Corona wütet in Südamerika (grafik: B1mbo ( CC BY-SA 4.0))

Über 800.000 Corona-Tote wurden bis Anfang März gezählt. An der Spitze dieses Wettlaufs mit dem Tod liegt das vom faschistischen Präsidenten Bolsonaro regierte Brasilien (310.550 Tote), dicht gefolgt von Mexiko (201.429) mit einem angeblich linken Regierungschef Obrador. Der ist vor allem darauf bedacht, die Produktion der dort ansässigen einheimischen und internationalen Monopole keinesfalls durch Maßnahmen des Gesundheitsschutzes zu stören.

 

Mit Ausnahme von Chile, wo auch im weltweiten Vergleich besonders umfangreich und zügig geimpft wird, sind die allermeisten Länder mit der Versorgung durch Impfstoffe weitgehend abgehängt oder noch gar nicht erfasst. Impfstoffe kommen mit großem Medienecho, aber bislang ohne ausreichende Mengen, aus China und Russland.

 

Als regelrechte Erpresser betätigen sich die Impfproduzenten der westlichen Pharmaindustrie. Den Regierungen wird in Geheimverträgen ausdrücklich untersagt, Aussagen über die Zahlungen pro Impfdosis zu machen – so lassen sie sich bestens gegeneinander ausspielen. Uruguays Präsident Luis Lacalle Pou erklärte vor der Presse, er habe die Wahl gehabt „zwischen einem Geheimvertrag oder keinen Impfdosen.“ Dreist fordern die Pharmamultis, dass die Regierungen alle Haftungen übernehmen – für Impffolgen und sogar für Fehler bei der Anlieferung, der Kühlkettenunterbrechung usw.

 

Ein Liefervertrag des US-Konzerns Pfizer mit Argentinien scheiterte, weil bekannt wurde, dass Pfizer „nichtpfändbare Vermögenswerte“ als Garantien von dem hoch verschuldeten Land einforderte. Damit versuchte der Konzern, sich den Zugriff auf Gletscher zu sichern, die für die Trinkwasserversorgung attraktiv sind. Gefordert wurden auch Fischereirechte.

 

Jorge Rachic, ein Arzt im Beratungsteam des Gouverneurs von Buenos Aires, erklärte dazu in einem Radiointerview: „Das ist kein Zufall, denn vor zwei Wochen begann der Handel mit Süßwasser an der Wall Street. Vergessen wir nicht, dass der Eigentümer von Pfizer der Black-Rock-Fonds ist, der versucht hat, die Umstrukturierung der argentinischen Schulden zu verhindern.“

 

Wir vergessen nicht, dass der Möchtegern-Kanzlerkandidat der CDU, Friedrich Merz, jahrelang hochrangiger Black-Rock-Manager war. Wir vergessen auch nicht, dass sich die Pharmakonzerne die Länder- und EU-Regierungen beim Im- und Export zu Helfershelfern gemacht haben.

 

Aber auch die Forderung der MLPD und vieler fortschrittlicher Organisationen und Menschen wird nicht vergessen: Aufhebung sämtlicher Patentrechte und Ausbau von Impfproduktionen in aller Welt, damit die Bevölkerung weltweit den nötigen Impfschutz in möglichst kurzer Frist erhalten kann. Nur so kann die Pandemie weltweit eingedämmt und schließlich überwunden werden.