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Gedenken an die faschistischen Morde in der Bittermark

Seit 1950 findet jedes Jahr am Karfreitag in Dortmund am Mahnmal Bittermark die größte antifaschistische Dortmunder Gedenkveranstaltung statt.

Korrespondenz
Gedenken an die faschistischen Morde in der Bittermark
Bild von der Kranzniederlegung im letzten Jahr (rf-foto)

In diesem Jahr wurde sie nun schon zum zweiten Mal durch die Stadt Dortmund abgesagt. „Aber nicht mit uns“, fanden etliche Antifaschisten und Antifaschistinnen. So waren unter anderem Bündnis gegen Rechts, die VVN, DKP, Courage, MLPD, REBELL, ROTFÜCHSE und viele Einzelpersonen vor Ort - teilweise mit Transparent und Fahnen. Ein Vertreter des Internationalistischen Bündnisses spielte auf der Querflöte das Lied „Moorsoldaten“. Rebellen legten ein Gesteck nieder, eine Vertreterin der MLPD hielt eine kleine Ansprache.

 

Sie gedachte der Morde der Gestapo im Rombergpark und in der Bittermark. 1945 wurden dort etwa 300 Menschen ermordet. Darunter waren Zwangsarbeiter aus verschiedenen Ländern und deutsche Widerstandskämpfer, die aus dem Hörder Gestapo-Keller und der Steinwache u. a. in die Bittermark verschleppt und dort ermordet wurden. Die Rednerin betonte, dass „das unerhörte Geschehen auch heute noch nach Konsequenzen verlangt. Es muss die kommenden Generationen ermutigen, sich gegen Faschismus und Krieg organisiert zu wehren. Auch heute muss der Kampf gegen die Rechtsentwicklung der Regierung uns über Partei- und Organisationsgrenzen hinweg zusammenschließen. Das Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda ist dringender denn je. Der zunehmende Antikommunismus soll uns spalten. Das dürfen wir nicht zulassen. Bauen wir gemeinsam mit vielen beharrlich an der Einheitsfront gegen das imperialistische-kapitalistische Ausbeutersystem, damit eine Zukunft im echten Sozialismus Wirklichkeit wird.“

 

Ca. 50 Anwesende hörten interessiert zu. Eine 78-jährige Frau kam anschließend auf die Rednerin zu und bedankte sich für die Worte. Sie kommt seit vielen Jahren jeden Karfreitag zur Bittermark. Es gibt eben Veranstaltungen, die kann man nicht ausfallen lassen.