Impfungen

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Häufige Fragen

Wie komme ich zu einem Impftermin? Warum vor der Impfung einen Test machen? Stecke ich als Geimpfte(r) niemanden mehr an? Antworten auf neuem Erkenntnisstand, aber natürlich nicht in Stein gemeißelt.

Dr. med. Günther Bittel
Häufige Fragen
Alle über 70 sind jetzt zur Impfung aufgerufen (shutterstock_1877820808)

Frage: Können Geimpfte noch infektiös sein?

Ja, in einer Minderzahl der Fälle. Der Impfschutz tritt zu über 94% nach der zweiten Impfung ein. Das heißt, eine geringe Zahl von 6% Geimpfter kann auch noch erkranken, ist aber vor schweren Verläufen geschützt. Die sogenannte „sterile Immunität“, das heißt: man kann auch keine Viren mehr übertragen und andere anstecken, wurde in einer Studie von Biontec bei ca. 90% angesiedelt, andere Studien reden von mehr als 70%. Das heißt, eine Minderheit von Geimpften kann auch noch Viren übertragen und andere anstecken, ohne dass sie Symptome haben. Weiterhin müssen wir damit rechnen, dass Mutationen auftauchen, wo Übertragungen und auch leichte Verläufe möglich sind, zumindest bei einzelnen Impfstoffen. Hier gab es Hinweise auf eine solche Konstellation bei der südafrikanischen Mutante und dem AstraZeneca-Impfstoff. Also: die AHA-L-Regeln gelten weiter, auch für Geimpfte! Zum eigenen Schutz und zum Schutz von anderen! Dennoch in dieser Frage keinen Freiraum für Impfskepsis gewähren, denn der hohe Schutz vor schweren Krankheitsverläufen gilt bei allen Impfstoffen, die hier zugelassen sind.

Frage: Wie komme ich zu meiner Impfung?

Grundsätzlich sind jetzt alle über 70-jährigen und alle mit einem Priosisierungs-Attest Gruppe 2 versehene chronisch Kranke zur Impfung aufgerufen. Sofern noch nicht geimpft, haben weiterhin Beschäftigte im Gesundheitswesen und häusliche Pflegefälle mitsamt ihren Kontaktpersonen (Partner, Pflegende Person) höchste Priorität. Einheitlich ist überall, dass die Hausärzte seit 7.4. impfen und nach gesundheitlichen Risiken (Priorisierung) vorgehen müssen. Die örtlichen Impfzentren gehen unterschiedlich vor. Sie verschicken Einladungsbriefe, wobei oft nach Geburtsjahrgang vorgegangen wird. Mit diesem Einladungsbrief kann dann ein Impftermin vereinbart werden, telefonisch oder online (0800 116 117 01 oder www.116117.de ). Das „Osterangebot“ AstraZeneca für alle über 60-jährigen scheint in der Zwischenzeit ausgelaufen zu sein, an einzelnen Orten kann es hier aber noch Angebote geben, bitte konkret vor Ort erkundigen! Wer vom Jahrgang her noch nicht aufgerufen ist, aber ein Priorisierungsattest Gruppe 2 hat (das muss vom Hausarzt - möglich ist auch ein anderer Arzt, eine andere Ärztin - ausgestellt werden), kann sich ebenfalls ans Impfzentrum wenden.

Frage: Wann impfen, wann nicht?

Bei schwersten allergischen Reaktionen in der Vorgeschichte und bei akuten Erkrankungen wird nicht geimpft. Auch Schwangere und unter 16-jährige dürfen noch nicht geimpft werden. Alle anderen sollen möglichst rasch geimpft werden, für Kinder und Jugendliche fordern wir Zulassungsstudien, die bereits auch anlaufen. Die Partner von Schwangeren haben höchste Impfpriorität! In den Impfzentren wird in der Regel nur gefragt und Fieber kontaktlos gemessen. Das reicht uns nicht. Es sollte vor jeder Impfung ein Schnelltest gemacht werden, der nicht älter als 24 Stunden sein sollte. Wenn er positiv ist, auch im Falle einer symptomlosen Corona-Infektion, darf nicht geimpft werden.
Jeder Bürger hat das Recht auf mehrere kostenlose Schnelltests pro Woche (Gesetz: „mindestens einer“). Durchführung: Testzentrum oder Arzt!

Frage: Wie sicher sind Schnelltests?

Es gibt gute und schlechte Schnelltests. Die guten erkennen Infizierte zu 80% oder mehr richtig, die schlechten liegen bei 60%. Es hängt auch viel von der richtigen Technik beim Abstrich ab. Es werden also immer wieder Infizierte übersehen. Andersrum liegen alle Tests bei 95% Sicherheit, dass nicht ein Gesunder fälschlicherweise positiv getestet wird. Jeder positive Schnelltest muss mit PCR-Test überprüft werden. Bis zum PCR-Ergebnis gilt Quarantäne.

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Frage: Was tun bei Nebenwirkungen der Impfung?

Grundsätzlich können bei Fieber und Schmerzen Paracetamol oder Ibuprofen etc. genommen werden, wenn keine individuellen Unverträglichkeiten bestehen.
Man soll aber frühestens sechs Stunden nach Impfung etwas nehmen, die wissenschaftliche Diskussion, ob bei früherer Einnahme der Impferfolg abgeschwächt werden könnte, ist noch nicht geklärt.