Ostermarsch

Ostermarsch

Lübeck: Kämpferische Auftaktkundgebung

Über 100 friedensbewegte Menschen demonstrierten am Ostersamstag durch die Innenstadt. Auf Transparenten forderten sie ein Verbot von Auslandseinsätzen der Bundeswehr, einen Abzug der Atomwaffen aus Büchel und prangerten an, dass die Bundeswehr massiv aufgerüstet wird.

Von einem Korrespondenten

Nachdem die MLPD im Rahmen des Friedensforums jahrelang die Ostermärsche mitorganisiert und auf den Kundgebungen gesprochen hatte, wurde ihr Anfang 2020 maßgeblich von der VVN- und DFG-VK-Gruppe unter dem spalterischen Motto „Keine Partei“ das Rederecht verweigert. Dies geschah in diesem Jahr erneut. Weil wir uns aber den Mund nicht verbieten lassen, hatten die Organisationen des Internationalistischen Bündnisses zu einer 30-minütigen Auftaktkundgebung vor dem Abmarsch auf dem Markt aufgerufen. Alle antimilitaristischen Organisationen waren dazu eingeladen.

 

Es kamen über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter viele kurdische Freundinnen und Freunde. Die drei Minuten Redezeitbegrenzung waren eine enorme Herausforderung, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Eine Vertreterin des Frauenverbandes Courage solidarisierte sich mit drei jungen Frauen, die wegen angeblicher Mitgliedschaft in der beliebten Band Grup Yorum in der Türkei inhaftiert sind. Der Vertreter der MLPD griff die EU an, die im weltweiten imperialistischen Konkurrenzkampf ihre eigenen Machtansprüche anmeldet. So will die Bundesregierung z. B. im August die deutsche Fregatte „Bayern“ ins südchinesische Meer schicken. Wirklichen Frieden schafft die Beseitigung des Imperialismus durch die sozialistische Revolution.

 

Eine Montagsdemonstrantin forderte den Abzug von Atomwaffen aus Büchel und die Unterzeichnung des Vertrages zum Verbot aller Atomwaffen durch die Bundesregierung. Eine Umweltgewerkschafterin entlarvte die angebliche „friedliche Nutzung der Atomkraft“ als eine von Anfang an gewollte Produktion von atomwaffenfähigem Material. Kurdische und türkische Genossen griffen den Faschisten Erdoğan an und forderten die Freilassung von Öcalan. Eine junge Kurdin hatte es sich nicht nehmen lassen, eine Geburtstagstorte für ihn zu backen, die solidarisch unter uns aufgeteilt wurde. Nach einem Lied für Kobanê schlossen wir uns dem Ostermarsch an.