Osteransprache des Bundespräsidenten

Osteransprache des Bundespräsidenten

Mit Pragmatismus durch die Krise?

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier forderte in seiner Osteransprache eine Kraftanstrengung, um die „Krise des Vertrauens“ durch „verständliche und pragmatische Regelungen“ zu überwinden.

Von wr

Mit Pragmatismus durch die Krise??? Die Regierungen von Bund und Ländern kann man wegen fehlendem Pragmatismus nicht schelten. Im Gegenteil: Seit Helmut Schmidt über Gerhard Schröder bis Angela Merkel ist die ideologische Basis ihres Regierens der Pragmatismus, eine Form der bürgerlichen Ideologie. Der Pragmatismus ist die reaktionäre bürgerliche „Philosophie der Tat.“ Er entstand Anfang des letzten Jahrhunderts in den USA und wurde beim Aufstieg zur imperialistischen Großmacht zu dessen Leitlinie. Der Pragmatismus erkennt nur den unmittelbaren praktischen Erfolg als Kriterium an.

 

Als herrschende Ideologie ist er auch tief in das Alltagsleben der Menschen eingedrungen. Seine Botschaft ist: „Was kümmern mich wissenschaftliche Erkenntnisse und die Suche nach tieferen Zusammenhängen? Schaun wir mal, es wird schon wieder!“ Seit Steinmeiers Appell hat sich das Krisenchaos noch mehr verschärft. Der Pragmatismus ist die erklärte Gegnerschaft zu der von Marx und Engels geschaffenen Ideologie und Methode für den Befreiungskampf der Arbeiterklasse: Dem dialektischen Materialismus.

 

Bertolt Brecht würdigte ihn in seinem Gedicht „Lob der Dialektik“:

„ (…) So, wie es ist, bleibt es nicht.

Wenn die Herrschenden gesprochen haben,

Werden die Beherrschten sprechen.

Wer wagt zu sagen: niemals?

An wem liegt es, wenn die Unterdrückung bleibt? An uns.

An wem liegt es, wenn sie zerbrochen wird?

Ebenfalls an uns.

Wer niedergeschlagen wird, der erhebe sich!

Wer verloren ist, kämpfe!

Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?

Denn die Besiegten von heute sind die Sieger von morgen,

Und aus Niemals wird: Heute noch!“