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Konzernbelegschaft kämpft gegen krasse Arbeitszeitverlängerung

"OFFENSIV", Initiative für eine kämpferische gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit bei OPEL, macht in einem aktuellen Flugblatt eine brutale Erpressung bekannt, gegen die es internationale Solidarität und Streik gibt.

Konzernbelegschaft kämpft gegen krasse Arbeitszeitverlängerung
Warnstreik der Rüsselsheimer Opel-Belegschaft vor einigen Jahren (rf-foto)

Das ist kein Aprilscherz! Wer immer glaubt, mit Lohnverzicht und Arbeitszeitverlängerung könnten wir unsere Arbeitsplätze sichern, der soll sich anschauen, was bei Chrysler in Sterling Heights (USA) passiert: die 7.500 Arbeiter sollen ab dieser Woche sieben Tage am Stück zwölf Stunden lang arbeiten, danach sieben Tage zu Hause bleiben. Ausbeutung bis zur völligen Erschöpfung: das meint Tavares damit, bei Stellantis 5 Milliarden Euro im Jahr "einsparen" zu wollen - trotz Rekordprofiten schon heute, mitten in der Weltwirtschaftskrise und Corona-Pandemie!

 

Die Kapitalisten kann man nicht mit Zugeständnissen und Verhandlungen zähmen. Gegen sie können wir uns nur im Kampf durchsetzen! Unsere italienischen Kollegen bei FIAT und die Gewerkschaft S.I.Cobas haben zu einem zweistündigen Proteststreik dagegen aufgerufen. Sie wissen: kommt Stellantis mit dieser Erpressung durch, sollen sie als nächste bluten! Und wir? Schon heute soll es bei uns eine 37,5-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich geben, Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, wird uns mit der „italienischen Welle“ gedroht.

 

Das ist bislang an der klaren Ablehnung dieser Belegschaft gescheitert. Aber das Beispiel Chrysler zeigt, dass wir selbst angreifen und in die Offensive kommen müssen! Fast 1 Millionen Metaller waren in dieser Tarifrunde im Warnstreik – was erst könnten wir erreichen, wenn wir unsere Kampfkraft voll einsetzen würden? Wer sich spalten lässt und nachgibt, bleibt immer der Schwächere – aber wenn wir uns international organisieren und solidarisch sind, können wir Arbeiter unsere Klasseninteressen durchsetzen! Dieser Angriff muss von der ganzen Konzernbelegschaft gemeinsam zurückgeschlagen werden!

Eine wichtige internationalistische Initiative

Aufruf der Gewerkschaft S.I. Cobas zum Streik gegen die Erhöhung der täglichen Arbeitszeiten bei Stellantis

 

Am heutigen 5. April 2021 beginnt im Stellantis-Werk in Sterling Heights, Michigan (USA), eine neue Verteilung der Schichten und Arbeitszeiten. Die neue Arbeitsorganisation sieht vor, dass an vierzehn aufeinanderfolgenden Tagen (einschließlich Samstagen und Sonntagen) vier statt wie bisher drei Teams mit zwölf statt bisher acht Arbeitsstunden pro Tag pro Team arbeiten. Zunächst war es den Sterling-Arbeitern gelungen, sich zu wehren und diese weitere Ausbeutung zu stoppen, aber Stellantis und die Gewerkschaft UAW haben den Kampf der Arbeiter unterlaufen und behaupteten, dass der von ihnen geschlossene und unterzeichnete Vertrag für 2019 dies erlaube.

 

In einer Welt, in der Maschinen die Arbeitskraft von Frauen und Männern ersetzen, würde es Sinn machen, sich zu organisieren, um weniger zu arbeiten, die Arbeitszeiten, das Arbeitstempo und die Arbeitsbelastung zu senken und die heutigen Hungerlöhne zu erhöhen, aber stattdessen erhöhen die Bosse die Arbeitszeiten auf ein unmenschliches Niveau und machen weiterhin Profit, sowohl auf der Haut der Arbeiter als auch durch den technologischen Fortschritt der Anlagen.

 

Nach Sterling werden die Chefs die gleiche Erpressung der Arbeiter in die Waagschale werfen, wird in allen Fabriken von Stellantis auf der ganzen Welt nach Augenblicksinteressen gehandelt, und wir können sicher sein, dass die neue Organisation der Arbeit uns wie ein Rasiermesser an den Hals gesetzt wird. Was die italienischen Fabriken betrifft, so hat der CEO Tavares bereits erklärt, dass die Produktionskosten in unserem Land viel höher sind als anderswo: gegen uns ist das Rasiermesser bereits geschärft. ...

 

Wir Arbeiter haben die Solidarität und das Wissen, dass die Bosse ohne unsere Arbeit nicht existieren würden: die Zeit ist gekommen, alle Werkzeuge des Kampfes in unserem Besitz zu benutzen. Heute sind wir aufgerufen, gegen ein Arbeitsmodell zu kämpfen, das Tausende von Kilometern entfernt ist, aber in ein paar Monaten in unserer Nähe sein kann, ein Modell, das mit der Solidarität und Stärke der Arbeiter besiegt werden muss.

 

Gegen die Arbeitszeitverlängerung im Werk Sterling Heights wurde in den Stellantis-Werken Melfi, Pomigliano, Mirafiori, Cassino, Sevel
Val di Sangro und Termoli zu einem zweistündigen Streik in allen Schichten aufgerufen, mit Versammlungen, um neue Initiativen zu
besprechen, die umgesetzt werden sollen."

 

Gemeinsam gegen Erpresser! Arbeitszeit kürzen statt Löhne und Jobs! 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!