Jerusalem

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Vor 60 Jahren begann der Eichmann-Prozess

Am 11. April vor 60 Jahren begann in Jerusalem der Prozess gegen Adolf Eichmann.

Korrespondenz aus Ingolstadt

Er war führender faschistischer Verbrecher der Hitler-Diktatur. Eine der brutalsten Abteilungen der Gestapo war ausdrücklich nach ihm benannt: Das sogenannte Eichmann-Referat des Reichsicherheitshauptamtes. Dieses organisierte Verfolgung, Vertreibung, Deportation und Ermordung von Juden in Deutschland und allen europäischen Ländern, die von den Hitlerfaschisten überfallen worden und besetzt waren. Eichmanns Referat und er persönlich waren für die Ermordung von sechs Millionen Menschen verantwortlich.

 

Nach dem Ende des II. Weltkriegs und der Zerschlagung des Faschismus setzte er sich – wie viele Kriegs- und andere faschistische Verbrecher - über die sogenannte Rattenlinie nach Argentinien ab. Er wurde entführt und nach Israel gebracht. Im Prozess wurde er zum Tode verurteilt und in der Nacht zum 1. Juni 1962 hingerichtet.

 

Zur Auffindung Eichmanns hat wesentlich der antifaschistische Staatsanwalt Fritz Bauer beigetragen. Gegen massiven Widerstand im Justiz- und sonstigen Staatsapparat, der wesentlich von Faschisten aufgebaut und mit diesen durchsetzt war.

 

Es gibt die Meinung, dass die Ben Gurion-Regierung in Israel die Verfolgung nicht vorangetrieben hatte, um ihre Beziehungen zur Adenauer-Regierung in der BRD nicht zu belasten, und erst auf Druck jüdischer Antifaschisten gehandelt hat. Erst 2011 nach einer gerichtlich erwirkten Aufhebung der Sperrung von Akten durch die Bundesregierung wurde bekannt, dass die “Organisation Gehlen“ als BND-Vorläuferorganisation den Aufenthaltsort Eichmanns kannte. Auch der CIA wusste Bescheid. Es wurde befürchtet, dass er auch Aussagen über Hans Globke, den Chef des Bundeskanzleramtes machen könnte, der die Kommentare zu den faschistischen Nürnberger Rassegesetzen geschrieben hatte.

 

Sehenswert zum Thema ist der Film "Der Staat gegen Fritz Bauer“.