Derek Chauvin, der Mörder von George Floyd, verurteilt

Derek Chauvin, der Mörder von George Floyd, verurteilt

Gerechtigkeit für George Floyd und Daunte Wright!

Heute wurde im Prozess gegen Derek Chauvin, der den Schwarzen George Floyd getötet hat, in der US-Großstadt Minneapolis das Urteil gesprochen.

Von pi / ffz
Gerechtigkeit für George Floyd und Daunte Wright!
Die brutale Ermordung George Floyds durch Derek Chauvin (foto: privat)

Das Urteil der Geschworenen, verlesen von Richter Peter Cahill, lautet wie folgt: "Wir, die Jury, urteilen, dass der Beklagte sich des Mordes zweiten Grades ohne Vorsatz schuldig gemacht hat." Auch in den anderen beiden Anklagepunkten - Mord dritten Grades und Totschlag zweiten Grades - sprach die Jury den ehemaligen Polizisten schuldig. Chauvin, der bis dahin auf Kaution auf freiem Fuß war, wurde nach dem Urteilsspruch in Handschellen aus dem Gerichtssaal geführt und in Haft genommen. Das Strafmaß wird später verkündet werden. Da Chauvin nicht vorbestraft ist, ist davon auszugehen, dass er vermutlich nicht die Maximalstrafe von 40 Jahren absitzen muss.

 

Eine Verurteilung zu Mord zweiten Grades ist allerdings nach US-Recht nicht - wie einen die Bezeichnung annehmen lässt - eine Verurteilung wegen Mordes! Im Vergleich mit der deutschen Rechtssprechung wurde Chauvin nur wegen "Totschlags" verurteilt. Ein Hohn und ein bitterer Nachgeschmack, wenn man sich vor Augen führt, dass Chauvin Floyd minutenlang mit dem Knie im Nacken die Luft abdrückte, sodass dieser qualvoll ersticken musste ... .

 

Genauso bitter kommt einem die Reaktion der US-"Demokraten" - und hier speziell ihrer Sprecherin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, hoch: Sie dankte George Floyd dafür, dass er sein Leben "für die Gerechtigkeit geopfert" habe. Fakt ist: George Floyd hat sich für überhaupt nichts geopfert! George Floyd stand mitten im Leben und wollte nicht sterben. Er wurde durch die brutale Tat eines rassistischen US-Cops aus diesem Leben gerissen.

 

Und doch ist dieser Schuldspruch ein wichtiger Erfolg: Bisher kamen rassistische Mörder in Uniform, egal ob aus den Reihen der Polizei, der Nationalgarde oder der US Army, fast immer glimpflicher davon. Das Chauvin nun schuldig gesprochen werden musste, ist besonders dem Druck der Straße zu verdanken.

 

Seit letzter Woche kam es erneut zu täglichen Protesten, nachdem wieder ein schwarzer Junge in Minneapolis getötet wurde. Daunte Wright, 20 Jahre alt, wurde bei einer Verkehrskontrolle angehalten und in Handschellen gelegt. Grund war, dass er einen Duftspender an seinem Rückspiegel hängen hatte, was in den vielen US-Staaten wegen Sichtbehinderung verboten ist. Als er Panik bekam, zog die Polizistin ihre Pistole und erschoss ihn. Angeblich hatte sie ihre Pistole mit einem Taser verwechselt. Aufgrund des starken Protestes wurde sie inzwischen entlassen und wegen Totschlag angeklagt. Auch der Polizeipräsident von Minneapolis musste gehen.

 

Wenn US-Präsident Joe Biden jetzt bezüglich des Urteils erklärt: "Dies kann ein Moment von bedeutender Veränderung sein.",  dann kann er damit durchaus recht haben - aber anders, als er sich das vorstellt: Die antirassistische Bewegung in Minneapolis ist in einem breiten Bündnis organisiert. Mick Kelly vom Vorstand der revolutionäre Organisation Freedom Road Socialst Organization schrieb an die Rote Fahne Redaktion: „Wir haben geholfen, viele dieser großen Proteste zu organisieren und anzuführen. Wir wollen in diesem Kampf so viele gewinnen, wie wir können, das allgemeine Bewusstsein und den Organisationsgrad erhöhen und die kommunistische Organisation aufbauen.“ Diesem Kampf gehört unsere internationale Solidarität!