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Ist das „Nordische Modell“ ein Weg aus der Prostitution?

Seit Jahrzehnten ist die Prostitution eine sprudelnde Devisenquelle. Nachdem die damalige Bundesregierung im Jahr 2002 das Prostitutionsverbot aufgehoben und Prostitution zum Beruf „wie jeder andere“ erklärt hat, entwickelte sich Deutschland international zur Drehscheibe von Prostitution und Menschenhandel. Seit vielen Jahren setzt sich die MLPD aktiv gegen Prostitution und Menschenhandel sowie gegen Sexismus und Pornographie ein und fordert die Bestrafung von sexueller Ausbeutung und Gewalt.

Von nek

Wenn man die Realität anschaut, enthüllt sich diese „Selbstverwirklichung“ als Mythos. Denn auch wenn Prostituierung teilweise „freiwillig“ erfolgt, ist sie grundsätzlich Ausdruck der Ausbeutung des menschlichen Körpers als sexuelle Ware und trägt zur Entwürdigung des Menschen bei. Ein großer Teil der Prostituierten kann sich nicht ohne weiteres individuell aus den kriminellen Strukturen und der besonderen Unterdrückung befreien. Gesellschaftliche Isolation oder finanzielle Not sind weitere Seiten. Ein erheblicher Teil der Prostituierten ist rauschgiftsüchtig.

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Es ist zu begrüßen, dass sich mit der Initiative für ein bundesweites „Bündnis Nordisches Modell“ ein breiter Zusammenschluss von Organisationen, unter anderem auch der Frauenverband Courage, gebildet hat und zur weiteren Stärkung und Unterstützung folgender Ziele aufruft:

  1. Verbot von Prostitution ohne Kriminalisierung der Prostituierten.
  2. Bestrafung von Vermittlungstätigkeit (Bordellbetreiber, Zuhälter usw.) sowie Sexkauf.
  3. Ausstiegsprogramme für Prostituierte

 

Die Bestrafung von Zuhältern, Freiern, Bordellbetreibern und weiterer Nutznießer der Prostitution muss im Mittelpunkt der Strafe stehen. Die Bestrafung von Sexkauf ist zu unterstützen, verbunden auch mit dem Ziel, dass der Kauf von Sexualität nicht mehr als „Kavaliersdelikt“ angesehen wird. Erwähnen muss man hier noch, dass Sexkauf seit 2016 bestraft wird, wenn Opfer von Menschenhandel betroffen sind. Die Bestrafung muss mit entsprechender Bewusstseinsbildung verbunden werden.

 

Ausstiegsprogramme für Prostituierte sind ein sehr wichtiger Bestandteil des Modells. Sie sind eine Chance für betroffene Frauen und sicherlich auch eine Herausforderung, eine Lebensänderung durchzukämpfen. Etwas befremdlich ist die fehlende Kritik an der Regierungspolitik und der Aufruf an die Bundesregierung, nun eine „moderne Prostitutionspolitik“ zu verwirklichen. Ist es nicht so, dass der Staat unter anderem über Steuereinnahmen kräftig an der Prostitution mitverdient? Notwendig ist der entschiedene Kampf gegen die Prostitution, wozu das „Nordische Modell“ sicherlich ein Schritt sein kann. Die Stellung zur Prostitution ist sicherlich auch ein Wahlprüfstein bei den anstehenden Bundestagswahlen.