Indonesien

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BRD-Imperialismus dringt verstärkt in Südostasien vor

Indonesien war Ehrengast der diesjährigen nur online stattfindenden Hannoveraner Messe; Bundeskanzlerin Angela Merkel konnte nicht live mit dem indonesischen Präsidenten Joko Widodo zusammentreffen und Hände schütteln.

Korrespondenz aus Ingolstadt

Jan Rönnfeld, Präsident der Deutsch-Indonesischen Industrie- und Handelskammer, hofft, dass Indonesien 2023 erneut das Partnerland der Messe wird. Sein Potential werde stark unterschätzt, mit seinen 270 Millionen Einwohnern, seinem Reichtum an Bodenschätzen und Rohstoffen, und einem für die Landwirtschaft sehr günstigen Klima.

 

Indonesien ist Mitglied der G 20, einer Vereinigung führender alt- und neuimperialistischer Mächte. Das Bundesentwicklungsministerium der BRD gibt die „Entwicklungshilfe“ gegenüber Indonesien als Wohltätigkeitsveranstaltung aus, die helfe, den Regenwald zu bewahren und demokratische Regierungsformen zu verwirklichen. Laut einer Meldung des WWF vom 20. Mai 2020 nahm im Zusammenhang mit der Corona-Krise - wobei man die gesamte krisenhafte Entwicklung sehen muss - die Vernichtung von Regenwäldern und Wald insgesamt massiv zu. Vorreiter dabei waren Indonesien, Brasilien und Kongo. Der Sozialminister Indonesiens wurde dabei erwischt, wie er sich mit Millionen von Dollars aus Corona-Hilfsfonds bereichert.

 

In Indonesien gibt es eine starke Protestbewegung hauptsächlich junger Menschen gegen die Herrschenden, gegen einen durch und durch korrupten Klüngel aus Wirtschaft und Politik, die das Land ausplündern und die Umwelt zerstören. 2019 wurden bei Demonstrationen mehrere Menschen ermordet. Gerade angesichts der immer aggressiver ausgetragenen Rivalität zwischen den USA und China rückenThailand, Vietnam, Malaysia, Singapur, Indien und Indonesien verstärkt ins Zentrum der Bestrebungen des BRD-Imperialismus und der EU. Das war Thema auf der Südostasien-Konferenz der deutschen Kapitalistenverbände, die letztes Jahr im Oktober als Videokonferenz durchgeführt wurde. Nach ihren Vorstellungen soll die Region ein Wachstumsmotor nach der Krise werden.

 

Joe Kaeser, früher Siemens Chef, leitete die Konferenz und betonte die Bedeutung der Einflussnahme in der Region. Angesichts der wachsenden Rivalität zwischen den USA und China könne Europa nicht abseits stehen und Daumen drehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Unterstützung versprochen, die Regierung hat ein Strategiepapier veröffentlicht. Dieses betont, dass sich vor allem in der indisch-pazifischen Region die Konturen der zukünftigen internationalen Ordnung entscheiden. Die Zusammenarbeit müsse angesichts der Risiken der Bipolarisierung der Region verstärkt werden. Rönnfeld stellt fest, dass im Widerspruch zur Bedeutung Indonesiens unter den fünf führenden Investoren dort noch kein europäischer sei.