1. Mai

1. Mai

Duisburg: Kämpferische Demonstration und Kundgebung gegen Schikanen und Trickserei der Stadtspitze durchgesetzt!

Ein kämpferischer 1. Mai - das hat der Duisburger Stadtspitze in Angst und Schrecken versetzt. Nachdem im Vorfeld mit der zuständigen Polizeibehörde alles geregelt war, warf der Krisenstab der Stadt alles über den Haufen und reduzierte die Teilnehmerzahl für Kundgebung und Demonstration auf 50.

Von einem Korrespondenten

Zuvor hatte schon der DGB seine geplante Kundgebung in der Innenstadt kurzfristig abgesagt und diese „autokinogemäß“ vor das Wedau-Stadion verlegt. 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer sellbstorganisierten Demonstration zogen vom Bahnhof durch die Innenstadt. Mit einer kulturvollen Kundgebung, in der sich Beiträge von Vertretern der verschiedenen Veranstalterorganisationen mit Liedern und Gedichten abwechselten, feierten sie den 1.Mai 2021. Ein Höhepunkt: Drei schwungvolle optimistische Lieder von Group Yorum.

 

Ein wesentliches Merkmal, das zwischen den Teilnehmern und in den kurzen Redebeiträgen deutlich wurde, war der Wille, im Kampf gegen Rechtsentwicklung, Abbau demokratischer Rechte, faschistische Tendenzen und verstärkte Ausbeutung durch Monopole und ihren Staat zusammenzurücken und um die dafür notwendige Einheit zu ringen. Das drückte sich in einer großen Breite aus. So wurden erste Exemplare des Buches „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ von Teilnehmern erstanden; zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes blieben vor der Tafel „Keine Streichung von Ausbildungsplätzen wegen Corona! Stattdessen: Schaffung von Lehrstellen für alle Schulabgänger!“ stehen und sagten „Das kann ich voll unterschreiben!“

 

Von der Agrarplattform des Internationalistischen Bündnisses wurde die Einheit von Arbeiter- und Bauernbewegung betont und bedauert, heute nicht mit Traktoren teilnehmen zu können, da die wetterbedingt im Aussaateinsatz seien. Aus den Reihen der kurdischen Bewegung wurde die Einheit der Befreiungskämpfe der Völker und des Klassenkampfe hier als Teil der Arbeiterklasse hervorgehoben. Das wurde auch beim Auftritt der Kollegen von Kumpel für AuF deutlich, wo Kumpel verschiedener nationaler Herkunft nebeneinander standen.

 

Jürgen Blumer von der MLPD machte in seinem Beitrag deutlich: "Die kapitalistische Profitwirtschaft existiert nicht ohne rücksichtslose Ausbeutung von Mensch und Natur! … Deshalb ist Solidarität nicht Burgfrieden mit den Herrschenden - sondern der gemeinsame Kampf der Arbeiterklasse und der Unterdrückten weltweit für eine befreite Gesellschaft!“

 

Naturgemäß spielte auch die Corona-Krise eine wichtige Rolle. Zehntausende Corona-Tote werden von den Monopolen und ihrer Regierung sehenden Auges in Kauf genommen, um die heilige Kuh des Kapitalismus, den uneingeschränkten Profit, nicht zu schmälern. Deswegen ist der 1. Mai auch ein Kampftag für wirklichen Gesundheitsschutz.

 

„Mundschutz heißt nicht mundtot!“ rief die Rednerin des Frauenverbandes Courage. Sie prangerte an: "Massive Einschränkungen im privaten Bereich - aber in den Großbetrieben keine Maskenpflicht und ungeschützte Nähe, überfüllte Busse, Lockdown für kleine Läden und Geschäfte - nicht für Großbetriebe, überarbeitete und unterbezahlte Pflegekräfte …“ und schlussfolgerte: „Zusammen mit der Zero-Covid-Bewegung … 3 Wochen Schließung von Fabriken und allem, was nicht lebensnotwendig ist - bei 100%iger Lohnfortzahlung“. Jeder einzelne Beitrag erhielt großen Beifall.

 

Mehrfach rief die Parole „Proletarier aller Länder vereinigt euch - hoch die internationale Solidarität! Sprechchöre hervor!