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Kämpferische Stimmung bei durchgesetzter Mai-Demo!

1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer lassen sich die traditionelle 1. Mai-Demo nicht nehmen. Mit Maske und Abstand werden die vielfältigen Forderungen der Arbeiterinnen und Arbeiter, der Frauenbewegung, der Jugend, der Umweltbewegung auf die Straße getragen. Auffallend: Weder SPD- noch Grünen-Fahnen waren zu sehen.

Korrespondenz
Kämpferische Stimmung bei durchgesetzter Mai-Demo!
(rf-foto)

Schon vor Wochen hatte sich eine sehr breite Aktionseinheit überwiegend linker Organisationen zusammengefunden, in München eine Demonstration zu organisieren und am Internationalen Kampftag der Arbeiterklasse sich nicht ins Virtuelle zu verlegen. Der DGB hatte eine Kundgebung angemeldet mit 400 „geladenen“ Gästen. Kolleginnen und Kollegen der ver.di-Basis und der GEW setzten sich sich vehement für eine Demonstration ein, so dass der ver.di-Bezirk München mitmachte. So wurde die 1. Mai-Auftaktkundgebung mit kämpferischen Beiträgen von ver.di-Kollegen eröffnet, Beschäftigte sprachen über die schier unerträgliche Situation in Kindertageseinrichtungen und Krankenhäusern. Einigkeit bestand in der Forderung, dass große Vermögen herangezogen werden müssen, um die Kosten zu tragen und eine Abwälzung auf die breiten Massen nicht hinzunehmen ist.

 

Der Demonstrationszug setzte sich in Bewegung, obwohl laut Auflagenbescheid lediglich 150 hätten laufen dürfen. Ausnahmslos alle trugen Masken, Coronaleugner waren ausdrücklich ausgeschlossen. Während der Demonstration war das Offenen Mikrofon durchgängig mit Kurzreden und Parolen gefragt. Unklar war zu Demobeginn, ob der DGB die Demo auf den großen Königsplatz lässt, wo eine Riesen-Kundgebungsanlage aufgebaut war. Als die Demo ankam, waren nur sehr wenige Menschen auf dem großen Platz – und für den DGB wäre eine peinliche Situation entstanden, die Demo nicht auf den Platz zu lassen.

 

Dann der Bundesvorsitzende der IG Metall Jörg Hoffmann: „Den 1. Mai nimmt uns kein Virus dieser Welt weg!“, was allerdings passiert wäre, wenn der DGB – wie in vielen anderen Städten Bayerns – Proteste ins Netz verlagert hätte. Jörg Hoffmann prangerte vieles an: die zunehmende Ungleichheit zwischen arm und reich, die Gefahr von rechts, Coronaleugner. Der Wandel könne nicht „allein Profitinteressen“ dienen, die Interessen der Beschäftigten müssten „ausreichend“ berücksichtigt werden. Ausreichend? Also weiter Brosamen für diejenigen, die hier alle Werte schaffen? Solidarität gibt es nicht mit den Ausbeutern, Solidarität ist die Waffe der Arbeiterinnen und Arbeiter im harten Kampf um die Lebensinteressen der Menschen nach Arbeit, einer intakten Umwelt, der Zukunft für die Jugend.

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

Stefan Engel

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Beim Verkauf des neu erschienen Buches der MLPD ging es häufig genau um die elementaren Lebensinteressen der Menschen und dass ihre Durchsetzung ein sozialistisches Gesellschaftssystem erfordert, gegen die Profitinteressen des Monopolkapitals, mit denen es keine „Solidarität“ gibt. Erschreckende Unkenntnis über die historischen Tatsachen offenbarten jüngere Leute, einer hatte noch nie gehört, was unter Lenin kurz nach der Oktoberrevolution an Errungenschaften sofort umgesetzt worden ist. Dass sämtliche Imperialisten die Früchte der Revolution sofort gewaltsam zerstören wollten. Das weckte Interesse, sich genauer auseinanderzusetzen. Andere fanden tiefergehende Auseinandersetzungen angesichts ideologischer Verirrungen sehr notwendig und begrüßten die Ansage des Buches und die Kampagne „Gib Antikommunismus keine Chance!“. Auch wenn die Polizei den Zeitungsverkauf krass behinderte, wechselten doch etliche Rote-Fahne-Exemplare den Besitzer – auch das als Einschränkung demokratischer Recht zu bekämpften ist notwendig. In jedem Ladengeschäft kann man ohne sich zu infizieren Zeitungen einkaufen – das muss auch auf einer Demo möglich sein.