Georgien

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Streikerfolg und Erstarkung der Gewerkschaft im Chemiewerk Rustavi

Nach dem Bergarbeiterstreik nahmen am 27. April nun die 2000 Chemiewerker des Werks Rustavi Asot einen unbefristeten Streik auf.

Korrespondenz aus Esslingen
Streikerfolg und Erstarkung der Gewerkschaft im Chemiewerk Rustavi
Blick auf Rustavi Asot (foto: bolotin (CC BY-SA 3.0))

Die Zufahrten zum Werk wurden mit Betonblöcken abgeriegelt. Die Hauptforderung war eine Lohnerhöhung um 50 Prozent. Der Durchschnittslohn im Werk sind 600 Lari (175 US-Dollar). Nach Auskunft der Gewerkschaft der Arbeiter von Bergbau und Metallurgie einer der niedrigsten Löhne in der Branche. Dieser Streik reiht sich ein in die Streikbewegung in der Metallurgie, im Bergbau, bei der Post und bei den Eisenbahnen.

 

Am 1. Mai bot die Werksleitung eine Erhöhung um 250 Lari für diejenigen an, die weniger als 1000 Lari (290 US-Dollar) verdienen. Für die mit mehr als 1000 Lari wurden 125 Lari vorgeschlagen, zusätzlich 50 Lari für die Osterfeiertage und voller Lohn für die Streiktage.

 

Ein Teil der Belegschaft erklärte sich mit dem Vorschlag einverstanden und war bereit, die Arbeit wieder aufzunehmen, ein anderer Teil, etwa 500 Kollegen, war dagegen und blieb an den Werkstoren. Hinzu kommt, dass seit 2019 die damals versprochenen Lohnerhöhungen um 20 Prozent bis heute nicht umgesetzt wurden, die Preise aber in dieser Zeit stark gestiegen sind.

 

Außerdem wurde gefordert, dass keine Streikteilnehmer verfolgt werden, Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, Erweiterung der Krankenversicherung und die ungehinderte Arbeit der Gewerkschaft im Werk. Erst am 4. Mai wurde wieder produziert: Die Werksleitung versprach, keine Streikteilnehmer zu verfolgen. 500 Arbeiter traten in die Gewerkschaft der Bergbau-, Metallurgie- und Chemieindustrie ein. Die Gewerkschaft vertritt ab nun die Interessen der Arbeiter gegenüber dem Werk.

 

Rustavi Asot ist mit seinen 2000 Beschäftigten der größte Hersteller von Stickstoffdünger und Ammonsalpeter im Südkaukasus und ein wichtiger Devisenbringer für Georgien.