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Warnstreik der Beschäftigten der Service GmbH am Klinikum Nord Nürnberg

„Heute ist kein Arbeitstag - heute ist Streiktag!“ skandieren die ca. 300 Kolleginnen und Kollegen der Service Gesellschaft des Klinikums Nord. Sie streiken heute für höhere Löhne, für die Angleichung an den TvöD. Dies ist schon lange überfällig. Der neue Oberbürgermeister Marcus König (CSU) hat dies bei seinem Amtsantritt im Dezember 2020 versprochen. Getan hat sich für die 816 Beschäftigten im Klinikum bisher nichts.

Korrespondenz
Warnstreik der Beschäftigten der Service GmbH am Klinikum Nord Nürnberg
Die Belegschaft ist kampfbereit (rf-foto)

Es ist ein Hohn, denn sie liegen mit ihrem Lohn gerade mal 0,39 Cent über dem Mindestlohn. Sie machen eine qualifizierte Arbeit: In den Labors, auf den Stationen, in der Sterilisation, überall halten sie den Betrieb am Laufen. Gerade in der Corona-Pandemie sind sie noch mehr herausgefordert, müssen vielfach Hygienemaßnahmen beachten - mehr Geld haben sie dafür aber nicht bekommen.

 

„Wir sind keine Beschäftigten 2. Klasse!“ Mehrere Kolleginnen gehen ans Mikrofon: „Meine Miete steigt, ich habe zwei Kinder. Mir bleiben 100 Euro zum Leben, das geht so nicht mehr weiter. Wir werden seit einem Jahr von den Arbeitgebern hingehalten und nichts geschieht.“

 

Der Wahlkampf beginnt, so sind auch etliche SPD-Funktionäre anwesend, bekunden ihre Solidarität und appellieren an die Stadtspitze, derzeit CSU, für die Kollegen etwas zu tun. Was sie dabei „vergessen“: Über 20 Jahre war die SPD an der Stadtspitze und hat zugeschaut, wie sich die Kollegen mit ihrem mickrigen Lohn abstrampeln. Arif Taşdelen (SPD) , früher im Nürnberger Stadtrat und jetzt im Bayerischen Landtag, verspricht jetzt eine „schrittweise“ Angleichung an den TvöD. Die Kollegen wollen eine völlige Angleichung an den TvöD und das ist längst überfällig! Sie fordern eine sofortige Aufnahme der Tarifverhandlungen. Kein Lavieren mehr!

 

Der Demozug setzt sich in Bewegung und marschiert bis zum Rathaus, um den berechtigten Forderungen der Kolleginnen und Kollegen Nachdruck zu verleihen. „Macht auf die Kasse - wir sind Klasse!“ steht auf dem Transparent. Die Kolleginnen und Kollegen wollen kämpfen bis zur Erfüllung ihrer Forderungen!