NSU 2.0

NSU 2.0

Hessische Polizisten gaben vertrauliches Material unkontrolliert weiter

Am 8. Mai fragte "Rote Fahne News", wie denn der Berliner „Einzeltäter“ im Fall „NSU 2.0“ an vertrauliche Informationen der hessischen Polizei gekommen sein kann.

Von jgä

Ganz einfach, stellt sich jetzt heraus: Eine Polizistin bestätigt, dass bei Telefonanrufen solche Daten einfach weitergegeben wurden - an Kollegen oder solche, die sich dafür ausgaben.¹ Schlimm genug. Schlimmer noch, dass es in der hessischen Polizei ein ganzes Netzwerk neofaschistisch eingestellter Beamter gibt. Eine Polizistin des betroffenen Reviers 1 in Frankfurt am Main, die vertrauliche Daten abgegriffen hatte, war in einer faschistischen Chat-Gruppe, zusammen mit fünf weiteren Kollegen.² Ein weiterer Kollege hat Daten an eine neofaschistische Kameradschaft weitergegeben.³ Insgesamt haben 80 hessische Polizisten Ermittlungsverfahren wegen neofaschistischer Auffassungen, von denen 50 noch laufen.⁴

 

Und Hessens Innenminister, Peter Beuth, hat die Stirn, immer noch zu behaupten, die hessische Polizei sei nicht betroffen! Im übrigen ist der jetzt festgenommene Alexander M. aus Berlin ein alter Bekannter: Er hatte 2018 an einen aus Korea stammenden Anwalt Drohbriefe geschickt. Auf dessen Anzeige hin lehnte das zuständige Gericht die Eröffnung des Hauptverfahrens ab. Das muss Alexander M. regelrecht ermuntert haben: Zwei Wochen später gingen die ersten „NSU 2.0“-Drohbriefe raus.⁵