Zwickau

Zwickau

24-Stunden-Warnstreiks bei VW

Am 23. und 28. April lief im VW-Werk in Zwickau kein E-Auto vom Band. Geschlossen folgte die fast zu hundert Prozent organisierte rund neuntausendköpfige Belegschaft dem Aufruf der IG Metall zu zwei 24-Stunden-Warnstreiks.

Korrespondenz

Streikposten machten früh morgens die Tore dicht. 24 Stunden wurde außer der Notbesetzung, nichts rein- und nichts rausgelassen. „Damit haben wir sie getroffen. Die brauchen zur Zeit jedes Auto von uns,“ so eine Kollegin. Nach Umbau des gesamten Werks zum „Leitwerk für E-Mobilität“ werden im Fahrzeugwerk Zwickau unter Hochdruck ausschließlich E-Fahrzeuge, vor allem der ID 3 und 4, gefertigt.

 

Grund ist nicht etwa ein Anfall plötzlichen Umweltbewusstseins in der Konzernchefetage – zumal Produktion und Nutzung von Elektroautos unter kapitalistischen Bedingungen unverantwortlichen Raubbau an Natur und Ressourcen bedeutet. Triebkraft sind knallharte Konkurrenz mit anderen Auto-Übermonopolen um Maximalprofite auf dem umkämpften E-Markt und drohende CO2-Strafzahlungen der EU in Millionenhöhe, die VW mit einem höheren Anteil produzierter Elektroautos unbedingt vermeiden will.

 

Die VW-Belegschaft in Zwickau beteiligt(e) sich führend an der zunehmend kämpferischen Tarifrunde im IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen. Streikposten berichten von kontroversen Diskussionen im Vorfeld darüber, ob angesichts der Corona-Pandemie überhaupt aktive Warnstreiks organisiert werden sollten. Eine zunächst ausgegebene Losung „Minimalbesetzung am Tor – Leute nach Hause schicken – Online-Registrierung“ setzte sich unter den Vertrauensleuten nicht durch. „Natürlich müssen wir Gesundheitsschutz beachten, aber alle zu Hause lassen – so geht doch kein Streik! Wir machten es dann so, dass sich die Leute online registrieren, aber immer 40 bis 50 Leute pro Tor da sind. Pro Schicht wurde durchgewechselt, also in Summe ein paar hundert Streikposten. Feuertonnen, Musik, Verpflegung, viel Zeit für Gespräche, Solidaritätsbesuche von Familien und kleinen Delegationen – das hat uns beflügelt.“

 

Auch die MLPD Zwickau war selbstverständlich solidarisch vor Ort, diskutierte mit aufgeschlossenen Kolleginnen und Kollegen und überreichte die Solidaritätserklärung der Parteivorsitzenden Gabi Fechtner. ...

 

Hier gibt es die komplette Korrespondenz