Rote Fahne News

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Zum Artikel über Sophie Scholl

Am 9. Mai haben wir auf "Rote Fahne News" einen Artikel zum 100. Geburtstag von Sophie Scholl veröffentlicht.

Zuschrift aus Kassel

Zu dem Artikel (siehe hier) hat ein Leser einen kritischen Hinweis geschrieben:

 

"Richtig wird der Missbrauch von Sophie Scholl durch die Querdenker-Bewegung kritisiert. Dieser gehört ja zu der aktuell geschürten weltanschaulichen Verwirrung, die das neue Buch von Stefan Engel „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ klärt. Eine andere Gegentendenz ist jedoch fast noch wichtiger: die Idealisierung und Heroisierung von Sophie Scholl durch die herrschende bürgerliche Denkweise. So wird sie im Schulunterricht über Generationen behandelt. Sie ist heute noch Vorbild, weil sie in der Lage war, zu lernen und weil sie daraus konsequent Schlussfolgerungen im praktischen Handeln gezogen hat. Durch die Überhöhung von Sophie Scholl wird der Arbeiterwiderstand verdrängt. In der Schule hörte man im Westen fast nichts über den kommunistischen bzw. Arbeiterwiderstand im Wohngebiet, in den Fabriken, sogar im Konzentrationslager. Außer der „Weißen Rose“ gibt es dort nur noch den 20. Juli. Es soll sich also der Gedanke festsetzen, dass es Widerstand nur gab durch Einzelne im Bürgertum oder gar im Offizierskorps und unter Großgrundbesitzern. Aber nicht einzelne (bürgerliche) Helden machen Geschichte, auch nicht im Widerstand. Die Massen sind die wahren Helden, wie es Mao Zedong einmal sagte."