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Protest gegen Angriffe von Airbus: Gedanke der Arbeiteroffensive entwickelt sich

Ca. 1000 Kolleginnen und Kollegen kamen zur Betriebsversammlung unter freiem Himmel bei Airbus in Hamburg – entsprechend den Corona-Regeln 200 vorm Tor und 800 auf dem Gelände. Und laut Betriebsrat warteten noch Hunderte auf dem Gelände, die wegen der Begrenzung nicht teilnehmen durften.

Von Korrespondenten
Protest gegen Angriffe von Airbus: Gedanke der Arbeiteroffensive entwickelt sich
Aktionstag der Beschäftigten bei Airbus in Hamberg (rf-foto)

Anlass sind Pläne von Airbus zum Konzernumbau, die Strukturmontage und die Ausrüstungsmontage aus dem Konzern in eine neue Tochtergesellschaft auszugliedern. Das sind Kernbereiche der Flugzeugproduktion; dieser Konzernumbau würde allein in Hamburg über 4000 Arbeitsplätze betreffen. Die Kollegen fürchten, dass Airbus den Verkauf dieser Tochtergesellschaft plant, und sind zu Recht empört. Auch die Betriebsräte sind sauer, weil Airbus nach Abschluss des Konzerntarifvertrags und der Metalltarifrunde nun mit einem neuen Angriff um die Ecke kommt. Sie redeten viel von „Verhandlungen auf Augenhöhe“, aber einer sagte richtig: das haben die doch die ganze Zeit schon gewusst! Ein Kollege rief mehrmals: „Das sind doch alles Schmarotzer“, wenn von der Chefetage die Rede war. Hintergrund ist der verschärfte imperialistische Konkurrenzkampf um den ersten Platz auf der Welt im Flugzeugbau gegen Boeing, aber auch neue Konkurrenten aus China und Russland. Die Stimmung der Kolleginnen und Kollegen war nachdenklich bis kämpferisch. Alle waren stolz, dass so viele draußen waren! Sie hatten zwei selbstgemalte Transparente dabei zum gemeinsamen Kampf aller Werke und für Streikrecht.

 

Wir verbreiteten das „Zukunftsprogramm“ der MLPD und diskutierten, dass eine Arbeiteroffensive als gesellschaftsverändernde Bewegung notwendig und möglich ist. Das stieß auf offene Ohren. Ebenso die Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich und der Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz. Die Arbeiter waren sich schon ihrer Kraft bewusst und viele meinten, Streik ist notwendig gegen diese Provokation. Auch wenn manche natürlich noch auf Verhandlungen hoffen. Aber manch einer erinnerte sich noch an den Streik 2007, als die Airbus-Arbeiter das Power-8-Programm im gemeinsamen länderübergreifendem Kampf niedergerungen haben. Wir diskutierten, dass gegen die Spaltung auch notwendig ist, mit dem Antikommunismus fertig zu werden, und boten das neue Buch von Stefan Engel, "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus" an. Leider hatte keiner Geld dabei. Einige Kollegen unterschrieben aber für die Bewegung „Gib Antikommunismus keine Chance!“ und wollen in Kontakt bleiben.

 

Überhaupt waren wir mit MLPD-Fahne und unserem Einsatz ganz selbstverständlicher Teil der Versammlung vor dem Tor. Die Kollegen kennen auch unseren Direktkandidaten zur Bundestagswahl, Christian Kölle, der alle 14 Tage mit dem Rote Fahne Magazin vorm Tor steht und nicht nur zu Wahlen. Wir versicherten ihnen unsere aktive Unterstützung, wenn es zum Kampf kommt. Eigentlich hätte Christian auch von der Bühne zur Belegschaft sprechen müssen, wie es dem SPD-Bundestagswahlkandidaten erlaubt wurde! Am Schluss trat als Überraschung noch ein Vertrauensmann mit seinem 7-jährigen Sohn und einem Kumpel auf. Sie sangen ein Lied: „Die Struckies (Strukturbauer) sind nie allein!“ Es geht um die Zukunft der Jugend! Das kam super an.