Umwelt / Kriegsgefahr

Umwelt / Kriegsgefahr

Imperialistischer Machtkampf um die Arktis verschärft sich

Durch die Erderwärmung, die in der Arktis doppelt so schnell wie im Weltdurchschnitt voranschreitet, ist das hoch empfindliche Ökosystem der Arktis massiv gefährdet. Das schmelzende Eis legt immense Rohstoffquellen offen.

Von Landesleitung Nord der MLPD
Imperialistischer Machtkampf um die Arktis verschärft sich

Schätzungen vermuten in der Arktis 13% der unendeckten Öl- und 30% der Erdgasvorkommen der Erde. Das Abschmelzen der Eisdecke macht die Förderung der letzten Ressourcen von Öl und Gas einfacher, mit deren Erschließung die Imperialisten den Übergang in die globale Umweltkatastrophe mutwillig beschleunigen. Dafür würden sie gegebenenfalls Krieg führen.

 

Die Imperialisten in Russland, USA, Kanada, Norwegen und Dänemark wollen ihre Gebiete in der Arktis ausweiten. Der russische Außenminister Sergej Lawrow wurde dabei deutlich und hat den Westen vor Besitzansprüchen in der Arktis gewarnt: "Für jeden ist seit Langem vollkommen klar, dass dies unser Territorium ist, das ist unser Land" [1]. Aber auch Chinas Interesse wächst an der Region. Nicht nur wegen der natürlichen Ressourcen, sondern auch aufgrund der strategischen Lage und der Schiffsrouten. China will die Arktis in sein Seidenstraßen-System integrieren. Angesichts des zurückgehenden Eises will Russland den Schiffsverkehr über die Nordostpassage ausbauen. Kanada will durch die Nutzung der nordwestlichen Passage vor seiner Küste die Distanz zwischen Atlantik und Pazifik deutlich verkürzen.

 

1996 wurden von den Anrainerstaaten der „Arktische Rat“ mit ständigem Sitz im norwegischen Tromsø gegründet: Die imperialistische Konkurrenz kann er nicht beilegen, aber das gemeinsame Vorgehen gegen die dort lebenden indigenen Völker koordinieren, die ihre Lebensinteressen verteidigen müssen. Russland macht seine Gebietsansprüche auf die Arktis auch militärisch deutlich und investiert dafür einen beträchtlichen Teil seines Militärhaushaltes. Auf der Insel Alexandraland wurde eine Militärbasis errichtet [2]. Dort sind Raketensysteme stationiert, die in fünf Minuten einsatzbereit sind. Militärstützpunkte in der Arktisregion werden ausgebaut, alte wurden wieder eröffnet und in 4200 m Meerestiefe wurde eine Flagge aus Titan gesetzt.

 

Auch die USA sind nicht untätig geblieben. Das Konsulat in der Hauptstadt Grönlands Nuuk wurde letztes Jahr wieder eröffnet, nachdem es 1953 geschlossen worden ist. Seit 1951 betreiben sie die Thule-Militärbasis im Nordosten Grönlands. Als ein weiteres Aufmarschgebiet sieht die USA Norwegen. In der Arktis treibt das imperialistische Weltsystem die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur auf die Spitze. Die imperialistischen Machtblöcke riskieren dafür das Leben von Mensch und Natur mit einem wachsenden aggressiven Kriegskurs.