Gelsenkirchen

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Jan Specht zur Montagsdemo am 17. Mai

Am 17. Mai fand in Gelsenkirchen eine stark beachtete Protest- und Solidaritätsdemonstration der Montagsdemo-Bewegung statt. Sie stand unter dem Motto "Gerechtigkeit für Palästinenser! Nein zum Antisemitismus!"

Von Pressemitteilung von AUF

In einer Pressemitteilung des überparteilichen fortschrittlichen Kommunalwahlbündnisses AUF Gelsenkirchen schreibt der AUF-Stadtverordnete Jan Sprecht:

 

"Ich war einer der Initiatoren der Montagsdemonstration am 17. Mai 2021 zum oben genannten Thema. Nach den antisemitischen Parolen und Ausschreitungen in der Nähe der Gelsenkirchener Synagoge vom 12. Mai war es mir wie vielen Menschen ein Bedürfnis, dagegen zu protestieren, ohne mich in die völlig einseitige, unkritische Unterstützung der israelischen Regierungs-Politik einzureihen.

 

Am Rande der Kundgebung wurden über die Twitter-Konten @IgA_GE und @Infozentrale feige aus dem Hintergrund eine ganze Reihe diffamierender Behauptungen verbreitet, die ich hier einmal klarstellen möchte. Diese Tweets waren mir schon während der Kundgebung aufgefallen und ich habe dies am Mikrofon bekannt gemacht.

 

Daraufhin wurde geschrieben: „Mitglieder der @IgA_GE werden von Jan Specht, Auf #Gelsenkirchen, verbal heftig angegangen! #ge1705". Tatsächlich hatte ich mich darüber empört, dass über diese Accounts verbreitet wurde, die „antisemitische MLPD" veranstalte eine Kundgebung, und suggeriert, von dieser gehe eine Gefahr für die jüdische Gemeinde aus. Namentlich habe ich Fabian Schulz kritisiert, der mir bekannt war und als einziger unentwegt in sein Handy tippte. Ich führte weiter aus, dass ich das von den sogenannten „Antideutschen" kenne, die Fahnen klauen und aggressiv-körperlich gegen Linke vorgehen, die sie für Antisemiten halten. Auf das Rausholen der Tweets aus der Anonymität wurde dann sehr empfindlich reagiert: „Wir fanden die Denunziation der @IgA_GE über die Lautsprecher furchtbar".

 

Ich endete meinen Beitrag damit, dass viele der hier Versammelten mit ihrer kritisch-solidarischen Auseinandersetzung mehr gegen Antisemitismus getan haben als solche Twitter-Accounts. Dazu stehe ich auch, da wir uns immer kritisch mit antisemitischen Tendenzen auseinandergesetzt haben, gerade auch mit Leuten, die vielleicht von Hamas oder Hisbollah beeinflusst werden. Die völlige Abgehobenheit führt dagegen in eine völlig falsche Richtung, die jetzt vor allem von AfD und CDU massiv verbreitet wird, nämlich, dass der Antisemitismus mit muslimischen Flüchtlingen importiert wurde. Dabei gehen der Antisemitismus, antisemitische Verbrechen und Gewalttaten in allererster Linie von Rechtsextremen und Faschisten aus.

 

Die Behauptung „Die #antisemitische Demo vom vergangenen Mittwoch wird mit der Wut der Betroffenen entschuldigt" ist einfach falsch. Antisemitische Parolen und Ausschreitungen wurden wiederholt und völlig klar verurteilt. Es wurde nur angemerkt, dass nicht der Judenhass das Motiv der überwiegenden Mehrheit arabischer und muslimischer Menschen ist, sondern die Empörung über gebrochene UN-Resolutionen, die Vertreibung und Unterdrückung der Palästinenser und das völlige Ungleichgewicht im militärischen Konflikt zu Lasten der Zivilbevölkerung. Diese Wut wurde auch bewusst von türkischen Faschisten wie den Grauen Wölfen und von faschistisch-islamistischen Gruppierungen missbraucht. Darin zeigen sich vor allem die kollidierenden imperialistischen Interessen der Regierungen der Türkei, des Iran, von Israel, aber auch Deutschlands und der USA.

 


Stadtverordneter
AUF Gelsenkirchen
jan.specht@auf-gelsenkirchen.de