Afrika

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Thomas Sankara wird in Europa verschwiegen

Thomas Sankara war von 1983 bis 1987 Präsident von Burkina Faso. Während seiner Amtszeit fand eine von der Weltgesundheitsorganisation WHO gelobte nationale Impfkampagne gegen Polio, Meningitis und Masern statt.

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Sein Andenken wird absichtlich in Europa verschwiegen. Er verstand sich als sozialistischer Revolutionär, verfolgte eine antiimperialistische Politik. Mit einer solchen Politik sind also Impfkampagnen in Afrika möglich – nicht mit einer neokolonialen Abhängigkeit vom Imperialismus.

 

Am 18. Mai fand in Paris eine Konferenz statt, auf der der französische Präsident Emmanuel Macron und die EU Afrika unterstützen wollte, „seine eigene Gesundheitsindustrie und -infrastruktur aufzubauen.“ Von wegen selbstloser Hilfe. Fördergelder und technische Expertise, die zur Verfügung gestellt werden sollen, helfen aktuell gar nichts. Sie sind nichts anderes als Subventionen für eine weitere Expansion der europäischen Impfstoff-Hersteller. Da die EU den Wegfall des Patentrechts ablehnt, sind die Afrikaner auf deren Know-how angewiesen. Denn dass in Afrika bisher wenig geimpft wurde, liegt ja gerade an deren Profitmacherei, die so weiter gefördert wird. Den Aufbau einer eigenen Gesundheits-Infrastruktur scheinen die Afrikaner nach Auffassung der EU auch nicht zu schaffen. Gutherzig wollen die europäischen Imperialisten da auch helfen. Welche Arroganz!