Lübeck

Lübeck

Wichtiger Erfolg des gemeinsamen Kampfes gegen AKW-Abrissmüll

Am 11. Mai wurde bekannt, dass der grüne Umweltminister von Schleswig-Holstein, Jan Philipp Albrecht, u.a. die Stadt Lübeck zwingen will, Abrissmüll aus dem Atomkraftwerk Brunsbüttel auf ihrer Hausmülldeponie einzulagern.

Korrespondenz
Wichtiger Erfolg des gemeinsamen Kampfes gegen AKW-Abrissmüll
Einig darin, den Widerstand gemeinsam fortzusetzen (rf-foto)

Am 11. Mai wurde bekannt, dass der grüne Umweltminister von Schleswig-Holstein, Albrecht u.a. die Stadt Lübeck zwingen will, Abrissmüll aus dem Atomkraftwerk Brunsbüttel auf ihrer Hausmülldeponie einzulagern. Einige Tausend Bürger hatten die Listen der Umweltgewerkschaftsgruppe und der Bürgerinitiative „Lübeck ohne Atomschutt“ unterschrieben. Die Mehrheit der Bürgerschaft entschied ebenso. In einer Meinungsumfrage hatten sich vor kurzem 58% der Lübeckerinnen und Lübecker gegen die Einlagerung des Abrissmülls ausgesprochen, nur 28% dafür.

 

Die Umweltgewerkschaftsgruppe beschloss noch am gleichen Abend, zu einer Protestdemonstration am 15. Mai aufzurufen. Trotz der Kurzfristigkeit kamen über 100. Bemerkenswert war die Breite des Teilnehmerkreises: die Bürgerschaftsliste GAL (grün, alternativ, links), die Bürgerinitiative, die SPD, die MLPD, der REBELL, ein Vertreter des SSW (Südschleswigscher Wählerverband), der Frauenverband Courage, Montagsdemonstranten, Mitglieder von ver.di und IG Metall.

 

In vielfältigen, relativ kurzen Redebeiträgen wurde die Verharmlosung des Atommülls angegriffen. Es gibt keine unbedenklichen Mengen von radioaktiven Stoffen für den menschlichen Körper. Mehrere griffen die Methode der Energiekonzerne, radioaktiv belasteten Müll „zu verdünnen und breit in der Umwelt zu verstreuen“ an. Klare Kritik wurde an den GRÜNEN geübt, die sich zum Erfüllungsgehilfen der Atomkonzerne für eine möglichst billige Entsorgung des Atommülls machen. Der Vertreter der MLPD betonte, dass ihre Umweltaufbaugruppe seit Jahren den Widerstand gegen die unverantwortliche Lagerung von Atommüll unterstützt. Und er sprach offen an, dass antikommunistische Vorbehalte gegen die Umweltgewerkschaft die Zusammenarbeit hemmen. Es sei offenbar kein Problem, wenn Sozialdemokraten Funktionen in den Gewerkschaften bekleiden oder GRÜNE beim BUND. „Aber wenn MLPD-Mitglieder in der Umweltgewerkschaft aktiv mitarbeiten, behauptet der Geheimdienst, sie sei von der MLPD gesteuert. Die Umweltgewerkschaft ist überparteilich und Mitglieder aller demokratischen Parteien sind willkommen. Antikommunismus spaltet. ... Ich bin glücklich, dass diese Spaltung heute nicht funktionierte und wir gemeinsam auf die Straße gegangen sind.“

 

Er wies auf das Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ hin. Ein Jugendlicher entschloss sich sofort zum Kauf und will zur REBELL-Studiengruppe kommen. Auch in den Nachgesprächen waren wir uns einig, dass wir den Widerstand gemeinsam fortsetzen.