WHO-Studien

WHO-Studien

Zahlreiche Tote durch Überarbeitung

Die weltweite Ausbeutung durch die profitgierigen Konzerne fordert immer mehr Menschenleben. Dies geht aus aktuellen Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor.

Korrespondenz

Es ist ein Skandal: 745.000 Todesfälle durch Überarbeitung. Im Bericht der UN-Studie heißt es: Lange Arbeitszeiten kosten jährlich Hunderttausende Menschenleben. Die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) gehen davon aus, dass im Jahr 2016 weltweit rund 398.000 Menschen an Schlaganfällen und etwa 347.000 an koronarer Herzerkrankung starben, weil sie 55 Wochenstunden oder mehr gearbeitet hatten. In Wirklichkeit dürften es noch viel mehr sein, es werden ja viele Fälle gar nicht erfasst.

 

Die WHO appelliert zwar an Regierungen und Betriebe, dass Limits für Arbeitzeiten der Beschäftigten zum Schutze ihrer Gesundheit festgesetzt bzw. eingehalten werden. Entscheidende Veränderungen kann es jedoch nur geben, wenn die Arbeiter und Arbeiterinnen gemeinsam gegen ihre Ausbeuter kämpfen. Wichtige Entwicklungen sind die
Demonstrationen und Streiks wie z.B. in Kolumbien und Braslien.

 

Besonders lange Arbeitszeiten über 55 Wochenstunden meldet die WHO bzw. die ILO besonders aus Südost-Asien. Kein Wunder, dort ist die Hochburg der Textilfabrikanten, die zu Hungerlöhnen ihre Beschäftigten auspressen - oft im Auftrag der angeblich sozial- und ökoorientierten Konzene in Europa, wie z.B. der Handelskette KIK. Überlange Arbeitszeiten gibt es in Deutschland vor allem in der Logistik- und Cateringbranche, den Pflegeberufen, aber auch dem Einzelhandel. Durch Überarbeitung gingen 2016 der Analyse zufolge weltweit rund 23 Millionen gesunde Lebensjahre verloren - mehr als durch Verletzungen oder Fehlbelastungen.