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Freundeskreis Flüchtlingssolidarität gegründet - Grußwort von Jean Ziegler

Am 27. Mai wurde in Essen erfolgreich eine Gruppe des „Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in Solidarität International" gegründet!

Korrespondenz
Freundeskreis Flüchtlingssolidarität gegründet - Grußwort von Jean Ziegler
Der Solidaritätspakt zwischen Solidarität International und der Flüchtlingsselbstorganisation im Lager Kara Tepe ermöglicht es, dass Kinder unter schwierigsten Bedingungen lernen können (Foto: Solidarität International)

Am 27. Mai wurde in Essen erfolgreich eine Gruppe des „Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in Solidarität International" gegründet! Vorausgegangen war eine Montagsdemo zum Thema Kolonialismus, Fluchtursachen und Antikommunismus. Ein Kollege hatte intensiv zur Heuchelei der bürgerlichen Politik im Kampf gegen Rassismus recherchiert und nachgewiesen, dass die imperialistischen Länder Europas ihren Reichtum auf Sklaverei aufgebaut hatten. Mehrere Geflüchtete trugen sich hier in die Liste des Freundeskreis ein.

 

Jean Ziegler, bekannter Kapitalismuskritiker, Professor für Soziologie und Mitglied des Beratenden Ausschusses des Menschenrechtsrats der UNO, hat eigens ein Grußwort zur Gründung des Freundeskreises geschickt:

 

„Das Gebot der internationalen Solidarität heißt: Aufnahme, Schutz, Gastfreundschaft und Rechtssicherheit für die gepeinigten Menschen, die vor Staatsterrorismus und Folter flüchten müssen. Ich begrüße und unterstütze mit fester Überzeugung die Gründung des Freundeskreises Flüchtlingssolidarität und wünsche ihm den hochverdienten Erfolg. Das ist internationale Solidarität in der Praxis."

 

Über den Kreis der Gründungsmitglieder hinaus gibt es viele weitere Interessenten, die diesmal nicht teilnehmen konnten. „Wir haben damals auch klein angefangen, und haben heute Gruppen in vielen Städten, sind eine bundesweite Selbstorganisation", berichtete Alassa Mfouapon.

 

Es ist klar, dass man Geduld braucht, um sich kennen zu lernen, Vertrauen aufzubauen und zu lernen, organisiert zu arbeiten. „Wenn man nicht krabbeln kann, kann man auch nicht rennen," brachte es eine Teilnehmerin auf den Punkt. Super war die „Starthilfe" durch Alassa und einer Aktivistin aus Köln. Sie brachten wichtige Erfahrungen ein. Es nahmen Essenerinnen und Essener teil aus der Türkei, Sri Lanka und Deutschland. Die Wut über die herrschende Politik war groß. So wird einer Essenerin afrikanischer Herkunft der deutsche Pass verweigert, weil sie einmal schwarz gefahren ist. Das wollen wir nicht hinnehmen. Ein Sprecher wurde gewählt und die nächsten Schritte besprochen. Regelmäßig soll zur Montagsdemo als wichtiger Plattform eingeladen werden. Beschlossen wurde auch die Solidarität mit einer von Abschiebung bedrohten Familie aus Bochum.