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„Endlich passiert mal was!“ – Konzernweiter Kampftag bei Opel Rüsselsheim am 26. Mai - jetzt mit gestaltetem Flugblatt!

Der neue Autokonzern Stellantis prescht nach vorne - sowohl in der kapitalistischen Konkurrenz, als auch gegen die Arbeiter.

Von MLPD Kreisleitung Rhein-Main
„Endlich passiert mal was!“ – Konzernweiter Kampftag bei Opel Rüsselsheim am 26. Mai - jetzt mit gestaltetem Flugblatt!
Kolleginnen und Kollegen der Opel-Belegschaft aus Rüsselsheim bei einem Warnstreik im Jahr 2018 (rf-foto)

Stellantis entstand Anfang 2021 aus der Fusion von PSA und FCA und stieg damit sprunghaft zum viertgrößten Automonopol der Welt auf. Damit verbunden ist eine Ausbeutungs- und Unterdrückungsoffensive gegen die Arbeiter. Die Konzernleitung schürt in neuer Qualität sozialchauvinistische Konkurrenz unter den Arbeitern. Jeder einzelne soll für sich kämpfen, die Arbeiter in jedem Betriebsbereich, in jedem Werk, in jedem Land sollen für sich kämpfen. Wer sich dem nicht beugt, dem wird offen mit betriebsbedingten Kündigungen gedroht. Konkurrenz bis zur gegenseitigen Vernichtung ist das Feld der Kapitalisten – das Feld der Arbeiter ist die internationale Solidarität! Lassen wir uns also nicht vor ihren Karren spannen.

 

Die Kritik in der Belegschaft am gegenseitigen Ausspielen wächst. Ausdrücklich auf Druck der Belegschaft ruft jetzt die IG Metall Darmstadt zur Kundgebung auf: Mittwoch, 26. Mai, 14.15 Uhr, Adam-Opel-Haus, Rugbyring, Rüsselsheim am Main. Zu breiter Beteiligung gesellschaftlicher Kräfte und Öffentlichkeit ist explizit aufgerufen. Grußworte können in der Live-Übertragung von Radio Rüsselsheim (UKW 90.9) ab 13.45 Uhr gehalten werden. Die MLPD Rhein-Main unterstützt die Aktion von ganzem Herzen und mit aller Kraft. Das war auch höchste Zeit!

 

Nach der Erpressung von Stellantis zu Zwölf-Stunden-Schichten bei Chrysler in den USA soll nun eine weitgehende Arbeitszeitflexibilisierung in Deutschland durchgesetzt werden. In Bochum wurde sie erstmal zurückgeschlagen, in Eisenach ist eine Sechs-Tage-Woche geplant und über die Pläne in Rüsselsheim wird sich noch in tiefes Schweigen gehüllt. Da passt es ihnen auch gar nicht in den Kram, dass die Kolleginnen und Kollegen im Osten jetzt wochenlang für die Angleichung der Arbeitszeit an die 35-Stunden-Woche gekämpft haben.

 

Wir wenden uns auch gegen das unverschämte Vorgehen der Geschäftsleitung, die Betriebsräte und Gewerkschafter per „interner Kommunikation“ unter Druck gesetzt hat.  Man sehe keinen Anlass für die Aktion und deshalb habe sie zu unterbleiben. Pauschal wurde einfach mal mit „arbeitsrechtlichen Konsequenzen“ gedroht, sollte jemand während der Arbeitszeit teilnehmen. Dabei hat jedes IG-Metall-Mitglied das Recht, an gewerkschaftlichen Aktionen am Betrieb teilzunehmen. Gleichzeitig wurden Qualitätsprobleme zum Anlass genommen, die Kurzarbeit so zu verschieben, dass die Produktion am Mittwoch still steht und die Kolleginnen und Kollegen der Aktion fern bleiben. Da gilt es, ihnen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Man sieht: So stark und selbstbewusst sich Stellantis gibt, sie werden panisch, allein bei dem Gedanken daran, dass die Arbeiter kämpfen!

 

Im Aufruf der IG-Metall-Führung steht: „Die öffentliche Ankündigung der Geschäftsleitung, in den 'Angriffsmodus' zu schalten, sollte sich auf den Absatzmarkt konzentrieren und nicht gegen die eigenen Mitarbeiter richten.“ Die Wirklichkeit ist aber: Der kapitalistische Konkurrenzkampf wird auf dem Rücken der Arbeiter ausgetragen. Das spüren die Arbeiter doch jeden Tag. Eine Folge dieses Konkurrenzkampfs - mit Überproduktion von Fahrzeugen, bei sich einengenden Absatzmärkten und verschärfter Ausbeutung der Belegschaften - ist die neue Weltwirtschafts- und Finanzkrise seit 2018 verbunden mit der Strukturkrise aufgrund der Umstellung auf Elektromobilität. In der gesamten Branche sind die Absätze gesunken. Stellantis macht aber weiterhin Profit. Im Kampf um die Weltmarktspitze reicht ihnen das aber nicht. Sie wollen Maximalprofite scheffeln. Jede Errungenschaft für die Arbeiter kann nur im harten Kampf durchgesetzt werden. Die Klassenzusammenarbeitspolitik ist gescheitert.

 

Fakt ist: Der „Sozialtarifvertrag“ hat seit 2017 rund 5000 Arbeitsplätze allein in Rüsselsheim vernichtet. Er konnte vielleicht die finanzielle Situation der Betroffenen etwas abfedern, um die Widersprüche zu dämpfen und die Arbeitsplatzvernichtung in der Öffentlichkeit als „geordnet“ und „freiwillig“ darzustellen. Der angebliche Kündigungsschutz darin erweist sich aktuell als offener Betrug. Die Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiter, die Verschärfung der Ausbeutung und Arbeitsplatzvernichtung kann nur durch aktive Kampfmaßnahmen verhindert werden. Für die Zukunft der Jugend müssen wir für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich kämpfen! Sie ist geeignet, Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Ebenso steht der Kampf um ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht auf der Tagesordnung.

 

Das Motto der Veranstaltung „Zukunft nur mit uns! Menschen respektieren – Arbeit wertschätzen“ ist berechtigt, widerspricht aber der Profitlogik der Kapitalisten. Wann haben sie uns jemals respektiert? Wenn wir gestreikt haben wie 1988 in Rheinhausen, 1997 im Bergbau, 2004 bei Opel Bochum. Wir sagen - an das Stellantis-Management gerichtet: „Zukunft nur ohne euch!“ Für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung, den echten Sozialismus!

 

Der Ausweg aus dem gesamten Krisenchaos, der Überausbeutung der Arbeitskraft und Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen, ist der Sozialismus/Kommunismus. Immer mehr Menschen suchen nach einem Ausweg und setzen sich mit der kommunistischen Freiheitsideologie einer befreiten, gerechten Gesellschaft in Einheit mit der Natur auseinander. Ob und wie man da hinkommt, müssen wir offen diskutieren. Wir brauchen die Gewerkschaften als Kampforganisationen der Arbeiter. Deshalb hat Antikommunismus in der Gewerkschaft nichts zu suchen.

 

Heraus zum Aktionstag:

  • Kampf um jeden Arbeitsplatz!
  • Gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiter!
  • 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich! Angleichung der Löhne und Arbeitszeit in Ost und West!
  • Für ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht!
  • Abschlagsfreie Rente ab 55 für Industriearbeiter!
  • 10 Prozent Ausbildungsquote und unbefristete Übernahme der Auszubildenden!
  • Gib Antikommunismus keine Chance! Weg mit den Unvereinbarkeitsbeschlüssen gegen die MLPD!

 

 

Das Buch "Gewerkschaften und Klassenkampf" von Willi Dickhut, einem der Vordenker und Mitbegründer der MLPD, gibt mehr Informationen zu diesem Thema. Es kann hier bestellt werden.