Pfingstausflug

Pfingstausflug

Schon mal was vom „Dunkelschlag“ gehört?

„Am Dunkelschlag“ nannte sich ein Waldstück im Oberhausener Stadtteil Sterkrade. Dort steht heute eine zum Teil erhaltene Bergarbeitersiedlung unter Denkmalschutz.

Von wr
Schon mal was vom „Dunkelschlag“ gehört?
Die Kinder berichten stolz, was sie in der Siedlung gesehen und gelernt hatten (rf-foto)

Dorthin führte ein Ausflug am Pfingsmontag. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter etliche Kinder, erfuhren Details aus der erlebnisreichen revolutionären Vergangenheit. Die Bergarbeiter im Ruhrgebiet griffen nach dem reaktionären Kapp-Putsch 1920 zu den Waffen und auch im Dunkelschlag rekrutierte sich spontan eine „Rote Armee Sterkrade“. Frauen schlossen sich als Sanitäterinnen an. Die Freikorps-Leute rächten sich später brutal und ließen gefangene Rotarmisten vor der Erschießung ihre Gräber selbst schaufeln. Den revolutionären Geist der Bewohner brachen sie nicht. Angeführt von den Kommunisten war der Stadtteil lange eine Sperrzone für die Hitler-Faschisten. Auch unter deren Terrordiktatur blieb der Widerstand lebendig.

 

Beim Spaziergang durch die Siedlung bekamen die Kinder Aufgaben. Die Fragen waren so gestellt, dass alle - vom vierjährigen Kind bis zum Dreizehnjährigen - herausgefordert wurden, Augen und den Kopf zu schulen. Sie brachten in Erfahrung, dass der Bau der Siedlung bis ins Jahr 1880 zurückreicht. Sie entdeckten die Hausnummer, wo der legendäre Bergarbeiterdichter Hannes Leschinski wohnte.

 

Die Siedlung war so gebaut, dass keiner Vorrechte hatte. Alle Wohnungen sind gleich groß. Jede hatte einen Stall im Garten. In der Laube traf man sich zur Erholung und zum Feiern. Die Bewohner verteidigten in den 1980er-Jahren ihre Siedlung. Thyssen wollte dort Hochhäuser bauen. Zum Abschluss trugen die Kinder stolz ihre Ergebnisse vor. Der Ausflug war trotz des trüben Wetters eine Erholung und schweißte alle zusammen. Manche freuen sich schon darauf, sich am 5. Juni in Gelsenkirchen-Horst bei der Einweihung des Denkmals zum Gedenken an den Großen Bergarbeiterstreik 1997 wiederzutreffen.