Philippinen

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Selbstorganisierte Gemeinschaftsküchenbewegung

In den Philippinen besteht weiterhin der längste Lockdown weltweit, der zudem mit militaristischen Mitteln rigoros durchgesetzt wird.

Korrespondenz aus Heidelberg
Selbstorganisierte Gemeinschaftsküchenbewegung
Bild von einer Gemeinschaftsküche in Manila (foto: Deutsch-Philippinische Freunde)

Die ökonomischen Folgen: Schließung von Kleinst-, Klein- und Mittelbetrieben, Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung steigen rapide an. 428.701 Beschäftigte wurden in der Zeit von Januar bis Dezember 2020 in 26.000 Betrieben wegen der Pandemie auf die Straße gesetzt.

 

Vielen Menschen, insbesondere denen, die sowieso von städtischer Armut betroffen sind und die im sogenannten Informellen Sektor arbeiten, wird die Existenzgrundlage entzogen. Die von der Duterte-Regierung vollmundig versprochenen Hilfen bleiben entweder aus oder verzögern sich bzw. sind viel zu niedrig. Philippinische Freundinnen und Freunde kennzeichnen das treffend als „kriminelle Vernachlässigung“. Doch die Menschen, insbesondere die politisch bewussten, nehmen das nicht fatalistisch hin. Sie stellen weiterhin klare Forderungen, wie die nach einer Corona-Soforthilfe, Erschwerniszulagen für die Gesundheitsbeschäftigten usw. Überall im Land entstehen sogenannte Gemeinde-Küchen (Stand am 24. April: 300!).

 

Ein Beispiel dafür ist die Stadt Manila. Dort wurde von den Arbeiterinnen und Arbeitern das nationale Büro des kämpferischen Gewerkschaftsdachverbandes KMU in ein Organisationszentrum verwandelt. Die gesammelten Nahrungsmittelspenden werden dort sortiert, verpackt und an die entsprechenden Stadtteile ausgeliefert. Dort werden sie dann an aufgebauten Ständen der notleidenden Bevölkerung übergeben, die sich dazu mit entsprechendem Abstand und Masken diszipliniert anstellt.

 

Dabei wird auch deutlich gemacht, dass diese Gemeindeküchen eine umfassende staatliche Hilfe nicht ersetzen können und dass das von der Bevölkerung durchgesetzt werden muss. Es ist daher kein Wunder, dass diese Bewegung inzwischen antikommunistisch attackiert bzw. schikaniert wird. Organisatorinnen und Organisatoren werden rausgegriffen, ihre Personalien aufgenommen, zeitweise muss der Betrieb eingestellt werden etc. Doch die Menschen lassen sich davon nicht einschüchtern. Die staatlichen Repressionsmaßnahmen werden an die Öffentlichkeit gebracht und angeklagt.

 

Hier ein Video von einer dieser Küchen