Airbus Puerto Real

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Kein fauler Kompromiss - Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungplatz

"Airbus Operations" und Vertreter der Gewerkschaft einigten sich am 28. Mai auf die Verlängerung des „Beschäftigungssicherungsprogramms“ (ERTE) für die Werke in Getafe (Madrid), Illescas (Toledo) und Puerto Real (Cádiz) bis zum 30. Juni. Damit bekommen die Arbeiter, die zur Zeit nicht beschäftigt werden können, 70 % ihres Grundlohns, Zuschläge und Urlaubsgeld.

Korrespondenz
Kein fauler Kompromiss - Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungplatz
Nein zur Schließung! Demonstration von Airbus-Arbeiterinnen und -Arbeitern in Puerto Real

Airbus will mindestens eins der Werke in Spanien schließen. Nach der Entscheidung, dass das Airbus-Großraumflugzeug A380 nicht mehr gebaut werden soll, sind 70 Prozent der Arbeitsaufträge in den spanischen Werken weggefallen.

 

Der faule Kompromiss, der die Arbeiter ruhig stellen soll, wurde am selben Tag verabschiedet, an dem es eine große Demonstration der Airbus-Arbeiter in Puerto Real gegeben hat. Sie zogen zu mehreren Hunderten mit ihrem Transparent „Airbus Puerto Real – no al cierre“ (Airbus Puerto Real - Nein zur Schließung) durch die Straßen. Auslöser der Proteste war, dass am 14. April auf einer Betriebsversammlung im Airbus Werk Puerto Real den Kolleginnen und Kollegen mitgeteilt wurde, dass ihr Werk 2022 geschlossen werden soll. Daraufhin organisierten die Arbeiter einen Demonstrationszug in Richtung der Autobahn CA 35 und besetzten diese. Es wurde mit Holz und Autoreifen eine Barriere aufgebaut und die Autobahn musste mehrere Stunden gesperrt werden. Seit einigen Tagen kursieren in mehrere Gruppen von Airbus-Kollegen in Hamburg Bilder und Videos von der Autobahnsperrung. Daran hat sie Diskussion von Kampfformen und der internationalen Solidarität entbrannt. Mehrere Initiativen haben sich entwickelt.

 

Die Wut der Arbeiter über die Pläne der Schließung ihres Werkes ist riesig und sie erwarten von ihren Gewerkschaften, dass diese zum Streik aufrufen. Scheinbar verweigerten die Gewerkschaften CCOO und die UGT bislang den Wunsch der Arbeiter. Daher wurde ein eigenes Streikkomitee aufgebaut, welches seitdem weitere Aktionen, wie zum Beispiel am 1. Mai (wie Rote Fahne News berichtete) organisiert hat.

 

Airbus kündigte in den letzten Wochen die Auslagerung von 25.000 Arbeiterinnen und Arbeitern in zwei Tochterunternehmen, den Verkauf mehrerer Werke in Deutschland und Ungarn sowie die Schließung mindestens eines Werkes in Spanien an. Somit steht die Forderung „ein Konzern, eine Belegschaft“ und der Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz sowie für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich im gesamten Konzern auf der Tagesordnung.