Philippinen

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Erneut Bluttag des antikommunistischen Terrors

Nach dem vorläufigen Höhepunkt des Blutsonntags am 7. März mit insgesamt neun Todesopfern und acht Festnahmen gibt es inzwischen mit Freitag, 28. Mai, auch einen Blutfreitag, wie er von unseren philippinischen Freunden treffend bezeichnet wird.

Korrespondenz aus Heidelberg
Erneut Bluttag des antikommunistischen Terrors
Luna Tan als politischer Häftling (Foto: bulatlat.com)

An diesem Tag wurde in der Stadt Iloilo auf der Insel Camotes der 80-jährige Friedensberater der NDFP, Luna Tan (früherer katholischer Priester), im Schlaf durch Schüsse ins Gesicht und auf seinen Torso brutal von bisher unbekannten Täter hingerichtet. Tan war bereits 2017 von der Polizei festgenommen und in der Stadt Tagbilaran inhaftiert worden.

 

Die Anklage auf 14-fachen Mord war 2019 von einem regionalen Gerichtshof verworfen worden. 2020 wurde er erneut wegen Mordanklagen in der Stadt Bacolod auf der Insel Negros Occidental verhaftet. Im März 2020 musste auch diese Anklage fallengelassen werden. 1989 war er mit 14 anderen Personen von den Visayas gefangengenommen und im Gefängniszentrum Bagong Diwa in der Stadt Taguig wegen angeblich illegalen Besitzes von Waffen und wegen Rebellion inhaftiert worden. Das musste ebenfalls fallengelassen werden.

 

In der Zeit von 1986 bis 1987 nahm Tan an den ersten Friedensverhandlungen der NDFP mit der philippinischen Regierung teil. Später schloss er sich den „Christen für nationale Befreiung“ an, einer Organisation innerhalb der Nationaldemokratischen Front (NDFP). Wie viele andere Priester hatte sich Tan während der faschistischen Marcos-Diktatur der von der CPP geführten revolutionären Bewegung angeschlossen.


Am selben Tag wie Tan tötete die Polizei einen weiteren NDFP-Friedensberater in Pavia, Iloilo, Reynaldo Bocala. Bocala war ein bekanntes Mitglied der CPP und Führer der NPA auf der Insel Panay. Getötet wurde er während einer Durchsuchungsaktion der Polizei-Spezialeinheit PNP-CIDG. Die Aktion beruhte auf vier Haftbefehlen. Zusammen mit ihm wurde auch seine Begleitperson Willy Arguelles erschossen. Die Polizei rechtfertigte ihr Vorgehen mit einer Aktion gegen angeblichen illegalen Drogenhandel.