Gaza

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Israelische Blockaden verunmöglichen Wiederaufbau

Israel blockiert im belagerten Gazastreifen den Zugang zu lebenswichtigen Materialien, fast zwei Wochen nach dem Waffenstillstand.

Rote Fahne

Israels elftägiges Bombardement des Gazastreifens Anfang Mai hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mindestens 248 Palästinenser getötet, darunter 66 Kinder. In der Zwischenzeit wurden Berichten zufolge etwa 12 Menschen in Israel durch Raketen aus dem Gazastreifen getötet. Seitdem am 20. Mai ein Waffenstillstand verkündet wurde, sind Tausende von Palästinensern innerhalb des Gazastreifens weiterhin intern vertrieben, da ihre Häuser durch israelische Luftangriffe zerstört und unbewohnbar geworden sind.

 

Zahlen, die vom Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) veröffentlicht wurden, besagen, dass 800.000 Palästinenser im Gazastreifen derzeit keinen Zugang zu Wasser haben und die Stromversorgung wegen Brennstoffmangels auf etwa fünf Stunden pro Tag beschränkt ist. OCHA fügte hinzu, dass die israelische Bombardierung 1.148 Wohn- und Gewerbeeinheiten vollständig zerstört und 1.026 Wohn- und Gewerbeeinheiten im gesamten Gazastreifen beschädigt hat. Trotz des Ausmaßes der Schäden an der Infrastruktur in der belagerten Enklave haben die Palästinenser im Gazastreifen immer noch Schwierigkeiten beim Wiederaufbau, da die israelisch kontrollierten Grenzübergänge Kerem Shalom und Erez für die Einfuhr von Baumaterialien geschlossen bleiben.

 

Die israelische Zeitung Haaretz berichtet, dass palästinensische Krebspatienten nach dem jüngsten Aufflackern der Gewalt immer noch nicht nach Israel einreisen dürfen, um sich behandeln zu lassen. Die israelischen Behörden erlaubten vergangene Woche die Wiederaufnahme der Fischerei vor der Küste des Gazastreifens, schränkten aber die Fahrt auf sechs Seemeilen von der Küste ein, was nach Angaben der UNO über 50.000 Palästinenser betrifft, die im Fischereisektor arbeiten.