Inflation

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Überprüft: Die Wohnkosten im Warenkorb

Ein Leser bat darum, dass wir die Aussage überprüfen, die im Rote Fahne Magazin und auf Rote Fahne News zum Anteil der Mieten im Warenkorb bei der Berechnung der Preissteigerungen getroffen wurde: "Dass die Mieten im Warenkorb nur mit einem Anteil von 6,5% erfasst werden, erscheint mir trotz aller Manipulation beim Warenkorb doch deutlich zu wenig."

Rote Fahne

Hier der Artikel, auf den sich die Anfrage bezieht.

 

Die Aussage in dem Artikel ist in der Tat fehlerhaft. Die 6,5% des Warenkorbs für Wohnen beziehen sich auf den Verbraucherpreisindex der gesamten Eurozone, nicht auf Deutschland. Diese Zahl kommt deshalb zustande, weil die Kosten für selbstgenutztes Wohneigentum (Eigentumswohnungen, eigene Häuser) nicht berücksichtigt werden. In Deutschland beträgt das selbst genutzte Wohneigentum etwa 50%, ist aber nicht so hoch wie z.B. in Spanien oder den Niederlanden mit über 70 Prozent.

 

In Deutschland werden die Preise für Mieten, Heizen und Strom und Garagenkosten mit zusammen ca. 32,5 Prozent des Warenkorbs angegeben. Das ist auch schon deutlich zu wenig, aber auch hier sind die Kosten für selbstgenutztes Wohneigentum nicht enthalten. Insofern bildet der Warenkorb nur ca. 16 - 17% der tatsächlichen Kosten für Wohnen in Deutschland ab. Außerdem sind die Kosten für selbstgenutztes Wohneigentum seit 2010 kontinuierlich um nahezu 50% gestiegen.

 

Die 6,5% einfach auf Deutschland zu übertragen und nicht zwischen Mieten und Wohneigentum zu differenzieren, ist also nicht richtig.