Saarbrücken

Saarbrücken

Demonstrationsrecht durchgesetzt!

Am 7. Juni fand die 484. Saarbrücker Montagsdemo statt - und zwar als Demonstration!

Montagsdemobewegung Saarbrücken

In ihrer Pressemeldung schreiben die Montagsdemonstrantinnen und -demonstranten:

 

Obwohl wir deutlich mehr waren als die genehmigte Anzahl, konnten wir losziehen und ein Hingucker wurde die Montagsdemo auf jeden Fall: geordnet (danke an ‚Kuhle Wampe' u.a. für den Ordnerdienst!), mit Abstand und Masken durch die sehr belebte Bahnhofstraße – geht doch, Herr Oberbürgermeister Conradt!

 

Die Stimmung war heute geprägt von einem ganz schön selbstbewussten Optimismus. „Es ist doch normal, dass man kämpfen muss im Kapitalismus – und ich seh's nicht negativ: Nur so spürt man, dass man nicht alleine dasteht, dass Hand in Hand gearbeitet wird, jeder was beiträgt zum Gewinnen – klar, verlieren kann man auch oft -, aber schaut mal, wie viele wir heute sind", hieß es .

 

Es kam raus, dass wir das Demo-Recht dringend brauchen, weil die Preise rasant steigen, weil die Ford-Belegschaft in ein paar Jahren von Schließung bedroht ist, weil Leiharbeiter abbestellt werden, weil die Rentnerinnen und Rentner angegriffen werden und die Jugend.

 

„Ich schaff' auch bei ZF und freue mich, dass meine Kolleginnen eine Erklärung unterschieben haben: ‚Herr Ministerpräsident Hans – geben Sie der Montagsdemo ihr Demo-Recht zurück!' Und mal ehrlich: Die Montagsdemo hat's hingekriegt, da können sich manche eine Scheibe von abschneiden", sagte ein Kollege. Ein Vertreter von ‚Solidarität International' stellte den Begriff ‚wir kleinen Leute', den jemand benutzte, in Frage und sagte: „Wer sind denn die sogenannten kleinen Leute? Es sind die , die alles erarbeiten hier im Land, die den Laden am Laufen halten – das sind doch keine kleinen Leute."

 

Ein hochaktuelles Gedicht von Heinrich Heine und die energische Aufforderung eines zweiten Redners, sich beim spenden nur nicht lumpen zu lassen, verfehlten ihre Wirkung nicht. Tolles Spendenergebnis, und hier das Gedicht:

Wir, Bürgermeister und Senat

wir haben folgendes Mandat

stadtväterlichst an alle Klassen

der treuen Bürgerschaft erlassen.

Wo ihrer drei beisammen stehn,

da soll man auseinander gehen.

Des Nachts soll niemand auf den Gassen

sich ohne Leuchte sehen lassen.

Wer auf der Straße räsoniert

wird unverzüglich füsiliert

Das Räsonieren durch Gebärden

soll gleichfalls hart bestrafet werden.

Vertrauet Eurem Magistrat

der fromm und liebend schützt den Staat

Durch huldreich hochwohlweises Walten;

- euch ziemt es, stets das Maul zu halten.