Zweiter Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

80. Jahrestag des faschistischen Überfalls auf die Sowjetunion

Am 22. Juni jährt sich zum 80. Mal der Überfall der Hitlerfaschisten auf die damals sozialistische Sowjetunion.

cg

Aus diesem Anlass findet unter der treffenden Überschrift „Der andere deutsche Völkermord“ am morgigen 15. Juni um 19 Uhr eine Veranstaltung im ZAKK (Fichtenstraße 40, Düsseldorf) statt. Einlader sind die u.a. die VVN-BdA Nordrhein-Westfalen. Der Referent Hannes Heer hat schon in den 1990er Jahren mit der Organisation der Ausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944" die Legende von der "sauberen Wehrmacht" gründlich widerlegt.

 

Im Flyer zur Veranstaltung heißt es weiter: „Der Sieg wurde von den Menschen der Sowjetunion teuer erkauft. 30 Millionen Todesopfer: das war der andere deutsche Völkermord. Drei Millionen von ihnen waren Juden. Die insgesamt sechs Millionen ermordeten jüdischen Menschen spielen in der offiziellen deutschen Erinnerungskultur heute eine wichtige Rolle; und das ist sehr gut so. ... Gar nicht gut aber ist, dass die 90 Prozent nicht-jüdischer Bürger der Sowjetunion, die diesem Völkermord zum Opfer fielen, aus dieser Erinnerungskultur weitgehend getilgt sind."

 

Bemerkenswert ist der Gedanke, dass aus der geschichtlichen Erfahrung heraus Israel und Russland auf mindestens gleicher Ebene behandelt werden müssen. Damit stellen sich die Veranstalter bewusst gegen den antikommunistischen Mainstream. Im neuen Buch von Stefan Engel „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ heißt es: "Die internationale revolutionäre und Arbeiterbewegung leistete den größten Blutzoll, wenn die 26 Millionen getöteten Sowjetbürger und russischen Kriegsgefangenen sowie Kommunisten, Revolutionäre und Widerstandskämpfer aus ganz Europa gemeinsam betrachtet werden.“

 

Die weltanschaulich-politische Schlussfolgerungen daraus durch die Verfasser des Flyers sind jedoch fatal: dass nämlich aufgrund der großen Opfer nicht nur der Staat Israel, sondern auch Russland von den heutigen „Friedenskräften“ geschont werden müsste. Vom Klassenstandpunkt aus gilt Mitgefühl auch mit Ängsten und Befürchtungen und Solidarität den ausgebeuteten und unterdrückten Massen dieser beiden Staaten. Ihre herrschenden Klassen jedoch - in Russland und in Israel - sind inzwischen alles andere als „Friedenskräfte“. Sie sind imperialistische Räuber, die ihre eigene Bevölkerung unterdrücken und andere Länder überfallen. Ihre Rolle zu entlarven und zu bekämpfen statt sie zu schonen - das „ist das Gebot der Stunde“ für den Kampf um den Weltfrieden.