Tierschutz

Tierschutz

Verbot der Tierquälerei durch Käfighaltung

Tierquälerei durch Käfighaltung. Warum greift ein Verbot erst 2027?

Korrespondenz aus Bochum

Auf den ersten Blick ist es zwar zu begrüßen, dass das Europaparlament die Forderungen einer überwältigenden Mehrheit der Europäischen Bürgerinitiative “Käfighaltung beenden / Stop the cage age” begrüßt und ein Ende der Käfighaltung beschlossen hat. Am 10 Juni 2021 stimmten 558 Abgeordnete für das Ende der Käfighaltung bei nur 37 Gegenstimmen und 85 Enthaltungen. Es ist jedoch unverständlich, warum dieser Gesetzesvorschlag bis 2023 Zeit hat.

 

Die Umsetzung des Verbots der tierquälerischen Käfighaltung wäre 2027. Damit entpuppt sich das Verbot der Käfighaltung als ein "zahnloser Tiger", denn bis 2023 müssen die Tiere aus Profitgründen der Agrarindustrie weiter entsetzlich leiden. Zudem ist damit zu rechnen, dass der Gesetzesentwurf zur Überarbeitung der völlig veralteten EU-Richtlinie zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere im Sinne der Tierquäler "entschärft" wird!

 

Wenn Tierschutz vom EU-Parlament wirklich ernst genommen würde, würde ein Verbot für die tierquälerische Haltung spätestens Ende 2020 inkraft treten. In dieser Zeit müssten die profitgierigen Massentierhalter dazu gezwungen werden, ihre Ställe für eine artgerechte Tierhaltung umzubauen bzw. Freilandhaltung ermöglichen. Heute verbringen in der EU über 300 Millionen Tiere ihr ganzes oder einen Teil ihres Lebens in Käfigen. Dazu zählen Kaninchen (85 Prozent in Käfigen), Legehennen (50 Prozent in Käfigen), Schweine und viele weitere Tiere. Die Bedingungen sind keine Tierhaltung, sondern schlicht und einfach Tierquälerei. Völlig richtig, aber auch die Grünen haben Zeit bis 2027! Das EU-Parlament steht jedoch unter dem Einfluss der profitgierigen Konzerne. Die internationale Initiative zum Ende der Käfighaltung bleibt damit aufgefordert, massiven Druck auf das EU-Parlament zu machen, damit das sinnvolle Gesetz zum Ende der Käfighaltung schnellstens verabschiedet wird!