Daimler

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Haustarifvertrag für IT-Experten

„Im Kampf um Talente laufen beim Auto- und Lastwagenbauer Daimler Gespräche mit der Arbeitgeberseite über neue Tarifverträge speziell für Elektroingenieure und Software-Experten“ - so die Presse (1).

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Es soll um „mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit und Arbeitsgestaltung, sowie um Bonuszahlungen nach Projekterfolgen gehen“2. Der Gesamtbetriebsrat möchte im Laufe des Sommers in Verhandlungen den Haustarifvertrag abschließen.

 

Der Hintergrund ist Daimlers Kampf um die Weltmarktführerschaft bei der Digitalisierung und des schrittweisen autonomen Fahrens in der Premium-Klasse. Auch für die damit zu erwartenden Zusatzgeschäfte, wie dem Infotainment3 sucht der Konzern in Deutschland 3000 Experten. Vorbild dafür ist der Haustarifvertrag für die VW-Softwaretochter CSO. In Diskussionsforen für IT-Spezialisten heißt es zum Argument von VW, nur mit einem Haustarifvertrag solche Leute gewinnen zu können: diesen soll man „ein vernünftiges Angebot direkt bei VW machen mit den gleichen Konzernleistungen“4 und guten Gehältern. Auch befürchtet einer im Forum: „Wenn es nicht läuft, kann man die IT-Tochter auch einfach an einen großen Dienstleister verkaufen und ist die Mitarbeiter so losgeworden. Siehe Bayer Business Services.“

 

Klar positioniert sich die Automobilarbeiterkoordination (IAC) zu den neuen Daimler-Plänen: „Diese Belegschaft mit ihrer IG Metall steht geschlossen für EIN BETRIEB , EINE BELEGSCHAFT, EIN TARIFVERTRAG. Flexiblere Arbeitszeiten zu akzeptieren für einen Teil der Belegschaft, bedeutet Dauererpressung für den Rest der Belegschaft. Nach dem Motto: Die sind flexibel, das müsst ihr auch sein. Nicht den Einen extra was drauf geben, während in der Tarifrunde mit Einmalzahlung alle anderen Kolleginnen und Kollegen abgespeist werden. Deswegen kann es nicht angehen, die weitere Spaltung im Konzern zu akzeptieren und so die solidarische Kraft einer starken Belegschaft zu schwächen!“5