Duisburg

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Streitkultur am Badestrand

Auf der Rheinfähre von Rheinberg-Orsoy nach Duisburg-Walsum nähern wir uns der Anlegestelle.

Von wr

Uns stockt der Atem. Da plantschen vergnügt fünf Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren bis zum Bauch im Wasser. Vor wenigen Tagen sind dort drei junge Mädchen ertrunken. Selbst im flachen Ufergewässer ist Baden lebensgefährlich. Eine junge Frau schreit, man müsste die Polizei holen. Andere schimpfen über die „Ausländer“, die das zulassen.

 

Wir fragen, warum diese Leute nicht selbst hingehen und die Eltern aufklären. Am Rande stehen und nur schimpfen, heißt sich mitschuldig machen, wenn etwas passiert. Nur der Kapitän der Fähre macht nach der Landung Anstalten in Richtung der Badenden zu laufen und schreit ihnen entgegen: „Das ist verboten!“ Wir laufen zu den beiden Vätern, die nur bisschen Deutsch können, und fordern sie unmissverständlich auf, ihre Kinder sofort aus dem Wasser zu nehmen.

 

Natürlich gönnen wir ihnen den Spaß. Aber sie sind in großer Gefahr. Eine Bugwelle von 30 cm Höhe reicht aus, um selbst einem Erwachsenen die Beine wegzuziehen und unter Wasser in die Strömung mit Strudeln zu drücken. Wir erklären ihnen das eindringlich und geduldig. „Ihr wollt doch, dass eure Kinder leben?“ Völlig unaufgeregt wurden die Kinder ohne Geschrei sofort aus dem Wasser geholt. Ein Stück Solidarität im Alltag an einem ganz normalen heißen Sommertag. So gehts auch, und zwar viel besser! Wir unterhielten uns noch mit einigen, die am Rande standen. Die Kritik muss vor allem die Stadtbürokratie treffen. Sie hat keine Schilder entlang des Rheinufers aufgestellt, welche in mehreren Sprachen über die Gefahr aufklären.