Ursprung des HIV

Ursprung des HIV

Verleumdung von Jakob Segal entschieden zurückgewiesen

Am 10. Juni 2021 druckte die "Süddeutsche Zeitung" einen den großen Wissenschaftler Jakob Segal verleumdenden Artikel von Willi Winkler ab: "Die Aids-Lüge: eine Verschwörungserzählung aus dem Kalten Krieg“.

Von Christoph Klug / Rote Fahne
Verleumdung von Jakob Segal entschieden zurückgewiesen

Rote Fahne News sprach darüber mit dem Wissenschaftsjournalisten Christoph Klug aus Recklinghausen, der sich umgehend mit einem Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung gewandt hatte.

 

Rote Fahne News: Am 10. Juni 2021 erschien in der Süddeutschen Zeitung der Artikel „Die Aids-Lüge: eine Verschwörungserzählung aus dem Kalten Krieg“ von Willi Winkler. Dieser Artikel verleumdet die Arbeit des Biologen Jakob Segal zum Ursprung des HIV aus dem Pentagon als sowjetische AIDS-Erfindung. Als Co-Autor und wissenschaftlicher Mitarbeiter von Jacob Segal widersprichst Du dem Artikel und hast einen Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung geschickt. Wurde er abgedruckt?

 

Christoph Klug: Meines Wissens bisher nicht. Unstrittig ist, dass der sowjetische Geheimdienst KGB und die CIA bei der Frage des Ursprungs des HIV-Virus in Sachen Desinformation mitmischten. Aber Willi Winkler scheint großes Vertrauen in die Geheimdienste zu haben. Offenbar hat er selbst keine Zeile von Jakob Segal gelesen und die Diktion des CIA in Sachen HIV vollends übernommen.

 

Rote Fahne News: War Jacob Segal Kommunist? Werden seine wissenschaftlichen Erkenntnisse deshalb so angegriffen?

 

Christoph Klug: Jakob Segal war ein Anhänger der sozialistischen Oktoberrevolution. Als Jugendlicher wurde er Mitglied der KPD, später der KPdSU. Er war kritisch gegenüber bürokratischen Erscheinungen in der Sowjetunion und DDR; aber erst spät, zum Ende seines Lebens, hat er sich mit der Restauration des Kapitalismus in den ehemals sozialistischen Ländern befasst1.Er war ein Freund der MLPD. Dass Kommunisten und Marxisten-Leninisten den US-Imperialismus der Herstellung von Biowaffen überführen, trifft diesen ins Mark. Deshalb werden Jakob Segal wie auch ich mit armseligen, antikommunistischen „Argumenten“ regelmäßig attackiert.

 

Rote Fahne News: Der Artikel behauptet, dass HIV von Affen auf Afrikaner in Zentralafrika übertragen wurde. Ist es ausgeschlossen, dass es so gewesen ist? Bekanntlich gibt es ja die Zoonosen, die Übertragung von Infektionskrankheiten von Tieren auf den Menschen?

 

Christoph Klug: Mindestens seit den 1950er Jahren hätte es HIV/AIDS in Afrika gegeben. Das ist eine zum Ende der 1990er Jahre entwickelte Legende der US-Administration. Epidemiologischen Studien zufolge ist das HIV nicht afrikanischen, sondern US-amerikanischen Ursprungs. Das war Standpunkt von Jonathan Mann, dem Leiter der WHO. Tausende alte afrikanische Seren waren zuvor untersucht worden. Alle waren HIV-negativ.1,2,3,4  Selbst in den Seren von Pygmäen-Stämmen in Kongo-Zaire, welche Affen jagen und verzehren, fanden sich keine HIV-Antikörper. Das ließ nur einen Schluss zu: das Epizentrum von HIV ist die USA, nicht Afrika. In New York gab es 1979 den ersten Patienten. Militärstützpunkte, verseuchte Blutkonserven und der (Sex-) Tourismus trugen es nach Afrika – von der Stadt ins Land, und nicht umgekehrt. Das ist die wissenschaftlich korrekte Faktenlage.

 

Rote Fahne News: Bis Ende der 1990er Jahre war allgemein anerkannt, auch in den US- Lehrbüchern der Biologie, dass nicht das Affenvirus SIV, sondern das Schafsvirus Visna engster Verwandte des HIV ist.

 

Christoph Klug: Ein Vergleich der Gensequenzen verschiedener Retroviren ergibt: HIV und Visna sitzen am selben Stamm. Sie sind eng miteinander verwandt6,7. Bekanntlich zerstört das Visna-Virus bei Schafen das Immunsystem. Damit es Menschen infizieren kann, musste es mit einem humanen Virus kombiniert werden. Genau diesen Zweck verfolgte das Pentagon mit seinem Biowaffenprogramm von 1969: „(Es ist wahrscheinlich) möglich, einen neuen infektiösen Mikroorganismus herzustellen… (der) allen immunologischen und therapeutischen Einwirkungen widerstehen würde, die uns bisher vor Infektionskrankheiten schützen.“ So steht es wörtlich in der Verlautbarung des US-Department Of Defense, Appropriations for 1970, Hearing, 91. Congress, First Session, Part 6 Chemical and Biological Warfare, US Government Printing Office, Washington 1969.

 

Rote Fahne News: Das Pentagon hat also gezielt die Herstellung des künstlichen Erregers beauftragt?

 

Christoph Klug: Ja, genau. Mit der Herstellung des künstlichen Erregers wurden namhafte US-Biologen beauftragt und dafür vom US-Kongress 1970 mehrere Millionen Dollar bewilligt. Von der „Washington Post“ wissen wir, dass ab 1970 in Fort Detrick in Maryland mit der Realisierung dieses Programms begonnen wurde. Somit ist es kein Zufall, dass das HIV als einziges Retrovirus über zwei Enzyme der Reversen Transkriptase (RT) verfügt, mit der es sein in RNA vorliegendes Erbmaterial in die menschliche DNA umschreibt und integriert. Die Analyse seiner RT erfolgte durch den Biochemiker Chandra von der Universität Frankfurt: die erste RT des HIV stammt vom Schafsvirus Visna, seine zweite vom Humanvirus HTLV-I - und das HIV hat sie beide9.

 

Rote Fahne: Ist die Biowaffenproduktion heute noch aktuell?

 

Christoph Klug: Ja, unbedingt. Bis heute werden chemische und biologische Waffen produziert. Auch das 1999 aufgelegte gigantische Drei-Milliarden-Dollar-Programm der USA für chemische und biologische Waffen blieb nicht folgenlos. In Landstuhl betreibt die US-Armee ein Krankenhaus – und offenbar auch ein Labor, in dem mit Anthrax-Sporen fürs Militär gearbeitet wird. Diese fand man 2015 sogar im Pfälzer Wald bei Ramstein10.