485. Saarbrücker Montagsdemo

485. Saarbrücker Montagsdemo

„Die Abwälzung der Krisenlasten auf die Bevölkerung nimmt Fahrt auf – Wir auch!"

Unter diesem Motto stand die 485. Saarbrücker Montagsdemo am 5. Juli 2021.

Pressemitteilung (Auszug)

Die Erfahrungen in den Redebeiträgen dazu machten deutlich, worum es da geht. Der drastische Rückgang des sozialen Wohnungsbaus in den letzten 15 Jahren, dass mehrere tausend Wohnungen aus der Mietpreisbindung im Raum Saarbrücken rausgefallen sind, dass beinahe 20% der Hartz-IV-Betroffenen im Saarland im Schnitt 19,87 € aus dem mickrigen Regelsatz von 474.-€ drauflegen müssen auf die Miete, sonst müssten sie ausziehen, weil das Jobcenter auf Obergrenzen pocht – das stieß den Demonstrantinnen und Demonstranten besonders auf. „Aber es reicht nicht, dagegen zu sein, man muss sich genauer damit befassen, wie das Ganze läuft: die Mieter wissen oftmals gar nicht mehr, wer eigentlich die Eigentümer sind, da werden ja ganze ‚Pakete' verscherbelt an die Mondura und wie sie alle heißen". Einer sprach sich für einen bundesweiten Mietendeckel aus, „aber klar, freiwillig wird das nicht passieren, da muss die Bevölkerung ran, wie in Berlin". ...

 

Sehr schnell kam man auf das Thema ‚Bundestagswahlen' und hier gab's eine lebhafte Debatte zur AfD. Ein Passant fragte, ob die Montagsdemo ihr Prinzip ‚kein Rederecht für Nazis' auch auf die AfD anwende.Das Prinzip ist klar: wir werden zur geplanten Kandidaten- / Kandidatinnen-Vorstellung zur Bundestagswahl keine Leute einladen aus einer Partei, „wo 50% der Mitglieder Faschisten sind und die anderen 50% diese in ihren Reihen dulden", wie einer sagte.

 

Wir grenzen uns klar ab von faschistoiden und ultrareaktionären Ansichten, die zu keiner Zeit die Maximalprofit der Kapitalisten kritisieren, die die Frauen an den Herd verbannen und Rassismus und völkische Ideologie en vogue machen wollen – darüber herrschte Einheit und das klären wir auch bei jeder Demo von Anfang an. „Es gibt auch keine Zusammenarbeit mit den ‚Querdenkern' ". „Aber wir müssen uns auch mit diesen Ansichten und Denkweisen auseinandersetzen, Argumente bringen, wirkliche Überzeugungsarbeit leisten, den Leuten, die sich als Protestwähler gegen die Regierung sehen, klarmachen, dass sie sich bei der AfD ein Eigentor schießen, dass sie sich auf die Seite der Ausbeuter und Kriegstreiber stellen".