Dortmund (Nordstadt)

Dortmund (Nordstadt)

Erfolgreicher antifaschistischer Protest gegen Naziprovokation

Am Sonntag, dem 4. Juli 2021, veranstalteten etwa 80 Faschisten auf dem Dortmunder Nordmarkt eine rassistische Provokation gegen die dortige Bevölkerung. Ihr Vorwand war die brutale Messerattacke in Würzburg.

Korrespondenz
Erfolgreicher antifaschistischer Protest gegen Naziprovokation
Die mutige Übersetzerin und der gute Zulauf bei der antifaschistischen Aktion (rf-foto)

Rote Fahne News berichtete darüber in dem Artikel "Grausame Messerattacke - Steilvorlage für AfD-Rassisten".

 

Mindestens 200 Gegendemonstranten und zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner stellten sich ihnen in den Weg. Das „Bündnis Nordstadt gegen Nazis“ hatte zuvor Flyer in sechs verschiedenen Sprachen verteilt, um die international zusammengesetzte Bevölkerung zu erreichen. Die Faschisten wurden von Sprechchören und Trillerpfeifen übertönt.

 

Die Kundgebung des Internationalistischen Bündnisses Dortmund war auf der Seite des Nordmarkts / Ecke Stollenstraße angemeldet und hatte zum Ziel, die Nachbarn zu erreichend und mit ihnen zusammen zu protestieren. Leute vom Internationalistischen Bündnis, von der MLPD und von der Wählerinitiative der Internationalistischen Liste / MLPD sowie einige Anwohner waren gekommen. Wir hatten ein Transparent mitgebracht: „Gib Antikommunismus, Rassismus, Faschismus und Antisemitismus keine Chance!“. Und „Verbot aller faschistischen Organisationen!“ Bewohner halfen dabei, das Transparent festzubinden.

 

Viele Nachbarn guckten sich das Ganze erst mal interessiert von den gegenüberliegenden Gehsteigen aus an. Viele äußerten Sympathie und klatschten oft. Die Bundestagskandidatin Sarah Rissmann ging mit dem offenen Mikro zu den Leuten, rief mit ihnen zusammen Parolen und sprach vor allem Jugendliche und Kinder an. Eine Frau fasste Mut und war bereit, zu übersetzen. Sie selbst sagte: „Mein Vater war unter Tage. Dortmund ist eine Gastarbeiterstadt. Wir haben Dortmund mit aufgebaut. Wir wollen keine Nazis. Wir wollen keinen zweiten Hitler. Das führt nur zu Krieg. Wir wollen keinen Krieg.“

 

Daraufhin gab es großen Applaus. Viele Zuschauer überwanden jetzt ihre Zurückhaltung und kamen über die Straße zum Infotisch. Groß war die Empörung, dass die Nazi-Demo überhaupt von der Polizei genehmigt wurde. Zustimmung gab es zu unserer Forderung nach Verbot aller faschistischen Organisationen. Eine ganze Reihe von Leuten trug sich in die Liste der Wählerinitiative der Internationalistischen Liste / MLPD ein. Auch für die Bewegung „Gib Antikommunismus keine Chance!“ gab es Unterschriften. Mit dem Singen von „Bella Ciao“ endete die Kundgebung und es herrschte Einheit: „Wir sehen uns wieder!“